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Montag, 14. August 2017

Wer darf mich ohne mein Kopftuch sehen?

Wer darf mich ohne Kopftuch sehen?
Das ist generell etwas kompliziert. Als Kopftuchträgerin darf und will ich mich generell Männern nicht unbedeckt ohne mein Kopftuch zeigen - ausgenommen mit mir verwandte Männer oder eben mein Partner, Verlobter oder Ehemann. Da ich keine Beziehung mit einem Mann habe, gibt es keinen Mann, für den ich es abnehmen würde. Und das ich es vor Verwandten Männern extra abnehme kommt eher selten vor. Wenn Verwandte mich Zuhause besuchen und ich gerade kein Kopftuch trage, dann würde auch nicht extra eins aufsetzen und würde sie ohne mein Kopftuch empfangen, da sie mich ja ruhig ohne Kopftuch sehen können und dürfen. Kommt aber auch eher selten vor.
Ich kann also sagen, daß mich Männer eigentlich generell nicht ohne Kopftuch zu sehen bekommen, weil ich eben eine Kopftuchträgerin bin und es sich für mich nicht gehört, mich Männern ohne Kopftuch zu zeigen oder es in Gegenwart von Männern abzunehmen oder keins zu tragen. Das ist halt so und ich will es auch gar nicht anders. Außerdem lebe ich in einer lesbischen Beziehung und bin mit einer Frau verheiratet, da ist es sowieso nicht angebracht, mich vor Männern in irgendeiner Form zur Schau zu stellen, erst recht nicht ohne Kopftuch, das macht ein Kopftuchmädchen halt nicht.
Als ich noch mit meinem Ehemann bzw. Dauer-Verlobten (wir haben Ringe getauscht und uns eine Art Eheversprechen gegeben, aber das nur im privaten Rahmen und nicht offiziell - wir waren also nur unter uns “symbolisch” verheiratet) zusammengelebt habe, da war er der einzige Mann, vor dem ich mein Kopftuch abgenommen habe - er war der einzige Mann, der mich überhaupt ohne mein Kopftuch sehen durfte - und natürlich noch mehr.
Ihn hat das unheimlich Stolz gemacht und er fand es toll, das nur er mich ohne mein Kopftuch sehen durfte und andere Männer nicht - er fand es toll, daß er diesen Anblick nicht mit anderen Männern teilen mußte und das ihm das ganz allein gehörte.
Für mich war es okay, mich nur ihm, als einzigem Mann, ohne Kopftuch zu zeigen, denn ich vertraute ihm und das was das Kopftuch verbarg war ja auch einzig und allein für seine Augen bestimmt, da er mein Geliebter und fester Partner war. Für ihn hab ich Zuhause auch zu besonderen Gelegenheiten oder wenn mir danach war, kurze Röcke und Kleider getragen und wenn ihm gefiel, was er sah oder ihn das sogar erregt hat, dann war das okay, er durfte das ja, denn er war ja mein Partner und “Ehemann”.
Allerdings hab ich auch Zuhause oft einen langen Rock oder ein langes Kleid und dazu ein einfaches Kopftuch (Al-Amirah Easy-to-wear Two-Piece Hijab) getragen - er mußte mich manchmal schon förmlich bitten, das Kopftuch für ihn abzunehmen, mir was leichteres anzuziehen oder mich einfach nur für ihn auszuziehen.
Zum einen fand ich es bequem und gemütlich, auch zu Hause lange Kleider und ein einfaches Kopftuch zu tragen - und zum anderen bin ich der Meinung, daß der Partner irgendwann abstumpft, wenn Er die Partnerin zu oft freizügig und leicht bekleidet sieht. Dieser Anblick ist fast immer verfügbar und irgendwann hat er sich dann daran sattgesehen, sodaß ihn auch kurze Röcke und Kleider oder scharfe Dessous nicht mehr oder nur selten vom Sofa locken.
Wenn ich allerdings von mir aus mal das Kopftuch Zuhause abgenommen habe und ein kurzes Kleid für ihn angezogen habe, dann hat ihn das immer gefreut und er konnte sich kaum an mir satt sehen. Er hat das natürlich als Einladung gesehen - und das war es ja im Prinzip auch….
Naja, aber genug zu meinem Intimleben.
Nachdem ich angefangen habe Kopftuch zu tragen und auch in der Zeit als ich mit meinem “Mann” zusammen war, hab ich mein Kopftuch immer bedenkenlos abgenommen oder gar nicht aufgesetzt, wenn ich nur mit anderen Mädchen oder Frauen zusammen war - wozu auch?! Aber obwohl ich selber Bi-sexuell bin, hab ich mir nie so wirklich Gedanken darüber gemacht, was denn eigentlich mit Frauen ist, die an anderen Frauen interessiert sind: sprich also bisexuelle Frauen, die nicht mit einem Mann zusammen sind oder lesbische Frauen?! Da habe ich nie so wirklich drüber nachgedacht, bis ich vor Jahren, nachdem mein “Mann” und ich uns getrennt haben mal eine interessante Diskussion mit ein paar Freundinnen zu dem Thema hatte.
Streng genommen muss man als Kopftuchträgerin, Frauen, die an anderen Frauen interessiert sind wie Männer betrachten, da sie sich, wenn ihnen eine Frau, und das was sie von ihr sehen, gefällt ähnliche Gedanken und Fantasien zu dieser Frau machen wie Männer, vielleicht nicht ganz so extrem, aber sie machen sich schon sündige erotische Gedanken. Bei einer Hetero-Frau ist das vielleicht nicht ganz so schlimm, da die andere bei ihr eh keine Chancen hätte - auch wenn der Inhalt dieser Gedanken und Fantasien vielleicht peinlich und beschämend für sie wäre, erst recht, wenn sie selbst nicht auf Frauen steht,...
Nur was ist mit mir, als Bi-Frau?! Ich wäre, wenn das Interesse der anderen erstmal geweckt ist, für Verführungsversuche aller Art anfällig und würde nicht zuletzt auch in erotischen Fantasien die Hauptrolle spielen, in denen ich gar nicht mitspielen will.
Also, wenn man weiß, dass Frauen, die lesbisch oder Bi-sexuell und an Frauen interessiert sind, daß Kopftuch lieber auflassen oder schnell eins aufsetzen?! Sicher, das könnte man machen, aber ganz so einfach wollte ich es mir nicht machen, denn man kennt sich ja und so habe ich es dann eher davon abhängig gemacht, wie diejenige so drauf ist. Wenn ich wußte, daß sie nicht an mir interessiert ist oder mich nur als gute Freundin sieht, konnte sie mich auch gerne ohne Kopftuch sehen - warum auch nicht?!
Vorsichtiger war ich da dann schon bei anderen, die gerne mal Annäherungsversuche hier und da machten, ohne dass ich Interesse an mehr als nur Freundschaft hatte - diese hab ich dann wirklich wie Männer gesehen und mein Kopftuch lieber aufbehalten.
Wie wäre es aber in größeren Gruppen, wo man nur die Hälfte oder wenige der anwesenden Frauen kennt? Man weiß ja nicht, welche vielleicht an Frauen interessiert, also lesbisch oder Bi sind - man sieht das den Frauen ja nicht unbedingt an, welche sexuelle Orientierung sie haben. Und man kann ja auch schlecht in die Runde fragen, ob lesbische oder bisexuelle Frauen anwesend sind, da man gern das Kopftuch abnehmen würde - man würde vermutlich eh keine ehrliche Antwort bekommen, sondern nur verständnislose Blicke ernten.
Da war die einhellige Meinung unserer kleinen Diskussionsrunde, daß es in so einer Situation, wenn möglich und angebracht, das Kopftuch aufzubehalten - und wenn sowieso größtenteils eher fremde oder entfernt bekannte Frauen anwesend sind, warum sollte ich es dann überhaupt abnehmen und sie mich ohne mein Kopftuch sehen lassen?!
Ich habe über diese Diskussion noch oft nachgedacht und sie hat mein Verhalten doch sehr geprägt und beeinflusst, denn danach habe ich nicht mehr so leichtfertig und ungezwungen mein Kopftuch vor anderen Frauen abgenommen.
Lustigerweise ist die Beziehung zu meiner jetzigen Ehefrau​ eigentlich nur dadurch zustande gekommen, weil ich mein Kopftuch vor ihr abgenommen habe - ich wußte, daß sie lesbisch ist, habe mir aber nichts weiter dabei gedacht, weil ich sie zum einen nur als gute Freundin sah und zum anderen war ich ja auch ihre Untermieterin und Mitbewohnerin. Aber ihr gefiel was sie sah. Wir landeten schließlich mehrmals zusammen im Bett, bis wir beschlossen es als Liebespaar mit einer richtigen lesbischen Beziehung zu versuchen, wir wohnten ja auch schon zusammen. Es klappte mit uns ganz gut, sodaß wir uns verlobten und schließlich heirateten (naja, verpartnert, aber das ist oder war ja heiraten).
Und damit begann für mich ein neues Kopftuch Dilemma: ich bin ja eigentlich Bisexuell, also sowohl Heterosexuell, als auch Lesbisch, sprich ich will und kann mit Männern und Frauen, je nachdem wo die Liebe hinfällt. Mit anderen Worten, mir ist das Geschlecht meines Liebes- bzw. Lebensgefährten eigentlich egal, ich verliebe mich eher in die Person und das kann halt Männlein oder Weiblein sein. Einige Leute, die sich nicht als Bisexuell bezeichnen wollen, haben dafür auch mal den Begriff “Pansexuell” geprägt um deutlich zu machen, das dabei eben nicht das Geschlecht des anderen im Vordergrund steht.
Durch meine Hochzeit mit einer Frau habe ich jedoch meine sexuelle Orientierung auf Lesbisch festgelegt und mich so auch für alle Zeiten für Leute, die wissen oder erfahren, daß ich mit einer Frau verheiratet bin, als Lesbisch geoutet, was aber für mich vollkommen okay ist, denn wenn ich eine lesbische Beziehung mit einer Frau habe, bin ich nun mal per Definition Lesbisch. Und da ich nie etwas mit einem Mann anfangen würde, wenn ich mit einer Frau zusammen bin, erst recht nicht, wenn ich mit ihr verheiratet bin, kann ich auch nicht mehr Bisexuell oder Heterosexuell sein.
Kopftuchmädchen und Lesbisch, da ist es natürlich absolut Tabu für mich, das mich irgendein Mann ohne Kopftuch sehen darf, geschweige denn dass ich mein Kopftuch vor Männern oder in Gegenwart von Männern abnehme oder zulasse, daß ich erst gar nicht eins aufziehe, wenn männlicher Besuch kommt.
Das war schon mal der erste Punkt - nicht sonderlich dramatisch, da ich als Kopftuchträgerin mein Kopftuch eh nicht vor Männern abnehme und zulasse, daß sie mich ohne Kopftuch sehen.
Aber mir drängte sich noch eine andere Überlegung auf: wenn ich mit einem Mann verheiratet oder in einer ähnlichen festen Beziehung bin, dann ist er der einzige Mann, der mich ohne Kopftuch sehen darf, während andere Männer mich nicht ohne Kopftuch sehen dürfen.
Wie ist es aber wenn ich lesbisch und mit einer Frau verheiratet oder fest liiert bin? Hat sie dann nicht auch ein Anrecht oder einen Anspruch darauf, daß sie die einzige Frau ist, die mich, ihre Ehefrau unbedeckt und ohne Kopftuch sehen darf, während andere Frauen mich nicht ohne Kopftuch sehen dürfen und ich es in Gegenwart anderer Frauen trage?!
Ich habe mal wieder mit Freundinnen darüber diskutiert, die mir bestätigt haben, daß meine Überlegung natürlich im Ansatz richtig ist - bei genauer Betrachtung gilt das aber hauptsächlich eigentlich nur für Frauen, die auf Frauen stehen, also Bisexuelle und Lesben, die ja aber nicht die Norm sind und somit nicht so häufig vorkommen - während es sich natürlich bei den Männern anders verhält: die stehen fast alle auf Frauen, sodaß es hier natürlich sinnvoll ist in ihrer Gegenwart generell ein Kopftuch zu tragen um keine falschen Signale zu senden oder Begehrlichkeiten zu wecken.
Da man es den Frauen aber ja nicht ansieht, daß sie auf Frauen stehen bzw. ob sie bi, lesbisch oder hetero sind ist es vielleicht in der Regel doch besser, das Kopftuch bei Fremden, nicht näher oder nur entfernt bekannten Damen lieber aufzulassen oder sich eins umzubinden.
Generell ist es natürlich meiner Frau gegenüber nur fair, wenn sie als meine Ehefrau die einzige Frau ist, die mich ohne mein Kopftuch sehen darf - so wie ich es andersrum ja auch bei meinem Ehemann und mit anderen Männern machen würde.
Ich sprach natürlich mit meiner Frau darüber. Sie meinte aber nur, das sie es ja toll findet, daß ich ein Kopftuch trage und so - und daß sie es auch ganz sü# findet, daß ich mir da solche Gedanken darüber mache, aber wenn ich mein Kopftuch vor Männern trage und es in Gegenwart von Männern nie abnehme, dann sollte das doch eigentlich reichen. Sie kann und will nicht von mir verlangen, daß ich es auch vor anderen Frauen trage, was in ihren Augen auch etwas übertrieben wäre.
Ich habe mich aber letztendlich dennoch dazu entschieden, mein Kopftuch auch vor anderen Frauen zu tragen und es nur vor mit mir verwandten Frauen und einigen wenigen guten Freundinnen und natürlich meiner Ehefrau abzunehmen und mich ihnen unbedeckt ohne Kopftuch zu zeigen.
Tja, als lesbisches Kopftuchmädchen hat man es schon nicht einfach. ;-) Also, Männer dürfen mich generell nicht ohne Kopftuch sehen, weil ich mich als Kopftuchträgerin Männern nicht unbedeckt ohne Kopftuch zeigen darf und weil ich in einer lesbischen Beziehung lebe - da gibt es für Männer eben nichts zu gucken.
Und Frauen dürfen mich, bis auf wenige Ausnahmen, auch nicht ohne Kopftuch sehen, weil ich lesbisch bin und mit einer Frau verheiratet bin.
Mich dürfen nur meine Mama, meine Schwester, meine Tanten und Cousinen, meine Oma, meine Schwiegermama und einige wenige ausgewählte sehr gute Freundinnen und natürlich meine Ehefrau ohne mein Kopftuch sehen. Und genau dieser Personenkreis dürfte mich auch bedenkenlos leicht bekleidet oder sogar nackt sehen.
Es sind zwar wirklich nur sehr wenige, die mich überhaupt ohne Kopftuch sehen dürfen, aber mir macht das nichts aus, ich finde das ganz okay so - und ich will es ja letztendlich auch so, weil ich das so beschlossen und festgelegt habe.
Ich bin der Meinung, daß mein Aussehen mir gehört und meine Privatsache ist - und wer sich daran erfreuen oder gar erregen darf, das bestimme letzten Endes immer noch ich selbst und das Kopftuch gibt mir die Macht und die Möglichkeit dazu - und wer das nicht darf, der/die bekommt eben nur mein Gesicht und ein hübsches Kopftuch zu sehen. Außerdem würden meine knallrot gefärbten Haare ohne Kopftuch eh zu viel Aufsehen und Aufmerksamkeit erregen, da ist es ganz gut es zu tragen. Ich liebe diese Farbe einfach und meine Partnerin auch und als Kopftuchträgerin kann ich mir so eine auffällige Farbe ja auch erlauben.
Als Kopftuchträgerin bin ich ein wenig in meiner eigenen Einstellung dazu und in meinen eigenen Vorstellungen vom Kopftuchtragen gefangen, ich habe mich mittlerweile so sehr an das Kopftuch gewöhnt, daß ich damit vermutlich gar nicht wieder aufhören könnte oder davon loskommen würde - es gehört jetzt einfach zu mir und ich muß das Beste draus machen und richte es mir halt so ein, wie es mir am Besten gefällt. Was aber nicht heißen soll, daß ich mein Kopftuch nicht gerne trage - ich trage es sogar sehr gerne - ich liebe es einfach. Ich will und möchte es immer nochh ständig tragen und würde nicht damit aufhören wollen - und könnte das auch gar nicht. Ich will gar nicht mehr ohne sein. 

Deswegen gibt dieser Beitrag auch nur meine persönliche Meinung und meine eigenen Vorstellungen dazu wieder. Sicher wird es auch andere Meinungen und Vorstellungen dazu geben, vielleicht auch von offizieller Seite, aber das Kopftuch ist eben meine Sache, die ich nach meinen Vorstellungen händeln möchte.

Und zum Schluss möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich keine Muslima bin, sondern eine Christin(a), die ein Kopftuch trägt, deshalb kann ich mir auch einige Freiheiten, Ausnahmen und eigene Vorstellungen erlauben. Und ich darf unter anderem auch lesbisch sein und mich der gleichgeschlechtlichen Liebe hingeben, das ist keine Sünde, denn Gott hat mich so gemacht und mir die Möglichkeit dazu gegeben, das erleben und leben zu können.
Deswegen möchte ich auch darum bitten, auf Kommentare zu meiner lesbischen Beziehung oder meiner sexuellen Orientierung zu verzichten, denn das ist ganz alleine meine Sache und das hab ich selbst zu verantworten.



Kommentare:

carnam ilinga hat gesagt…

Interessanter Beitrag.

"[...]zum anderen bin ich der Meinung, daß der Partner irgendwann abstumpft, wenn Er die Partnerin zu oft freizügig und leicht bekleidet sieht. Dieser Anblick ist fast immer verfügbar und irgendwann hat er sich dann daran sattgesehen, sodaß ihn auch kurze Röcke und Kleider oder scharfe Dessous nicht mehr oder nur selten vom Sofa locken."

Dem würde ich persönlich so nicht zustimmen. Bzw. habe ich die Erfahrung gemacht, dass in der Beziehung allgemein etwas im Argen liegt, wenn keine Anziehung mehr da ist. Gleichzeitig ist es nicht schlecht, wenn der Partner nicht 24/7 sexuelle Erwartungen aufgrund von visuellen Reizen hegt, sondern eher auf Worte und Gesten reagiert. Kein Mensch hat 24/7 Bock auf Sex und im Sommer in einer Dachgeschosswohnung verhüllt rumlaufen, nur damit der Partner nicht auf Gedanken kommt... uwah, nee. ;) Ich wäre nur noch eine Pfütze.

Liebe Grüße

Amirah (Diana) hat gesagt…

@carnam ilinga: Hallo Carnam, schön, daß Du meinen Beitrag interessant findest - freut mich.
Ds hast Du natürlich recht, wenn keine Anziehung mehr da ist, dann liegt da noch etwas anderes im argen - und hat wohl nicht nur damit zu tun, dass man sich am anderen bzw. an der Partnerin “satt gesehen” hat. Wenn die Chemie und die Gefühle stimmen, dann sieht man die Partnerin immer wieder mit neuen Augen - selbst wenn sie Zuhause immer nur Nackt rumlaufen würde, was ja auch nicht zwangsläufig dazu führen muss, dass es ihn sexuell erregt oder deswegen Lust auf Sex bekommt - denn das kommt ja auch immer noch auf die Situation drauf an. Es soll ja auch Männer geben, die den Anblick der nackten Partnerin auch ganz ohne Hintergedanken genießen und sich daran erfreuen können.

“[…]Gleichzeitig ist es nicht schlecht, wenn der Partner nicht 24/7 sexuelle Erwartungen aufgrund von visuellen Reizen hegt, sondern eher auf Worte und Gesten reagiert. […]”

Genau so hab ich das ja auch gemeint bzw. waren das eigentlich ja auch meine Hintergedanken dabei.
Natürlich ist es angenehm und gemütlich auch Zuhause ein leichtes und einfaches Kopftuch zu tragen - insbesondere in der kalten Jahreszeit, weil esbso schön kuschelig ist.
Aber man kann Zuhause auch nicht immer mit Kopftuch rumlaufen, denn das ist schließlich der einzige Ort, wo man auch mal unbedeckt und ohne Kopftuch sein kann und darf. Und der Partner möchte einen ja auch nicht immer nur mit Kopftuch sehen - außer im Bett. Und wem sollte man sich sonst auch ohne ein Kopftuch zeigen und hübsch präsentieren, wenn nicht dem eigenen Partner, der sich ja auch Zuhause (in der “Kopftuchfreien Zone”) befindet?!

“[…] Kein Mensch hat 24/7 Bock auf Sex und im Sommer in einer Dachgeschosswohnung verhüllt rumlaufen, nur damit der Partner nicht auf Gedanken kommt... uwah, nee. ;) Ich wäre nur noch eine Pfütze. […]”

Das niemand 24/7 Bock auf sex hat ist mir auch klar - aber wenn das mal so ist dann habe ich absolut nichts dagegen - ich habe nämlich nichts gegen sex. Ich habe eigentlich sogar ziemlich oft und gerne sex. Das war mit meinem “Mann” so und ist jetzt auch mit meiner Frau so - nur mal so nebenbei, falls der Eindruck entstanden sein sollte, daß ich etwas gegen sex habe oder das nicht gern mag. ;-)

Und was die Dachwohnung im Sommer angeht: ich kenne solche Wohnungen und würde da dann vermutlich komplett nackt rumlaufen - sofern kein Besuch da ist. Das der Partner deswegen Spitz wird, ist bei den Temperaturen, die im Sommer in solchen Wohnungen herrschen eigentlich fast ausgeschlossen - da vergeht einem alles, da will man noch nicht mal kuscheln oder sonstigen Körperkontakt, der die Luftzirkulation behindert.
Und wenn er (oder sie) dann doch Lust bekommt, wenn es am abend wieder etwas kühler wird, wäre mir das auch recht - und da man ja eh schon nackt ist, würde das die ganze Sache durchaus vereinfachen ;-)

Liebe Grüße

Anonym hat gesagt…

Vorab das Wichtigste: Du musst kein Kopftuch tragen, das kann und darf nur Dein freier und selbstbestimmter Entschluss sein!

Spannend bei Deinem Thema ist eigentlich der Ansatz: „Muss“ der (weibliche) potenzielle Sexualpartner seine Reize verdecken, um nicht „Beute“ zu werden (ist das also die weibliche Vorsorge vor „männlichen“ Übergriffen) oder will „Frau“ damit selbst die Oberhand behalten, auf wen Sie attraktiv wirken möchte und auf wen nicht?

Hier musst Du Dir selbst darüber klar werden, was Dein Ansatz ist, denn die Konsequenzen wären klar:
- Bist Du zur „Verhütung“ verpflichtet, „musst“ Du Dich vor allen „bedecken“, für die Du als Sexualpartnerin in Frage kämst – und in Anbetracht der sexuellen Veranlagung wären das bei Dir Männer und Frauen.
- Ist es hingegen Deine Wahl, ob Du als potenzielles Zielobjekt erkannt werden willst oder nicht, kannst Du entsprechend selektiv handeln. Dabei ist es durchaus möglich – so obskur das im ersten Moment klingen mag –, dass Du Dich womöglich nur vor Frauen „bedecken“ musst, da Du für Männer als (vermeintliche) Lesbe ohnehin nicht im Visier bist. Ebenso könnte es hilfreich sein – und das dürfte nach Deiner Beschreibung am ehesten auf Deine Situation zutreffen –, wenn Du Dich vor Männern (ausgenommen Schwule) und Frauen (ausgenommen Heterosexuelle) verbirgst, während die Übrigen keine potenziellen Partner(innen) für Dich sind. Aber noch einmal: Das ist Deine ganz eigene persönliche Entscheidung, bei der niemand – auch Deine Frau nicht – mitzubestimmen hat.