Hijab

Hijab

Donnerstag, 14. Mai 2015

Kopftuch (Hijab) als Recht auf Freiheit & Selbstbestimmung



"Ihr seht nur das von MIR, was ICH Euch sehen lasse. Ist das nicht Freiheit?"
So, oder so ähnlich könnte man das Motto des Kopftuches bzw. des Hijab - also der körperverhüllenden Mode der muslimischen Frau - auch umschreiben.
Jede Frau, egal ob muslimischen oder anderen Glaubens hat das Recht selbst zu bestimmen, wieviel andere von ihr sehen können und dürfen.
Wenn eine Frau gerne ihre Beine zeigt und ihre Brüste betont, dann kann sie das mit entsprechender Kleidung tun und keiner hat wass dagegen.
Wenn eine Frau jedoch nicht möchte, daß ihre fremde Leute, insbesondere Männer, in der Öffentlichkeit auf Brüste, Beine und Po schauen, dann kann sie daß mit entsprechender Kleidung ebenfalls verhindern. Das ist ihr gutes Recht und jede Frau sollte diese Freiheit haben und sich nehmen können, selbst zu bestimmen, wieviel andere von ihr sehen können und dürfen und wer überhaupt was sehen darf.
Für einige reicht es nur den Körper zu bedecken, indem sie lange Röcke bzw. Kleider und langärmelige Shirts tragen - und für andere gehört es eben auch noch dazu ihre Haare bzw. den Kopf zu bedecken, um den Schutz ihrer Privatsphäre komplett zu machen, und sich selbst auszusuchen, wer sehen darf, wie sie ohne ihr Kopftuch aussieht.
Da ist nichts dabei und letzten Endes reicht es ja auch wenn fremde Leute Gesicht und Hände sehen können, um mit einem interagieren zu können.
Und so finde ich, daß die bedeckende und verhüllende Mode muslimischer Frauen nicht nur etwas für Muslimas ist, sondern daß sich jede Frau so kleiden kann und sollte, wenn sie es möchte, denn jede Frau hat die Freiheit selbst zu wählen, wie sie sich kleiden möchte - und jede Frau hat das Recht, selbst zu bestimmen, was und wieviel andere von ihr sehen können und dürfen.
So mache ich es schon seit Jahren und so kleide ich mich schon seit Jahren, obwohl ich eigentlich ja Christin bin - da ist nichts dabei und es gefällt mir und ich mag es mich so zu kleiden. Und es ist mein gutes Recht, selbst zu bestimmen, was andere von mir sehen können - und ich habe die Freiheit selbst zu wählen, wie ich mich kleiden möchte und ich nutze diese Freiheit auch.
Das meine Wahl letztendlich auf Muslima-Mode und Kopftuch gefallen ist, sehe ich aber keinesfalls als Einschränkung meiner Freiheit, sondern eher als optimale Ausnutzung meiner Freiheit, denn letzten Endes habe ich diese Wahl selbst und aus freien Stücken dazu und dafür entschieden - es zwingt mich ja keiner dazu - es war meine freie Entscheidung, mich so zu kleiden. Allerdings fühle ich mich aber auch gerade auf Grund meiner bewußten Entscheidung dafür dazu verpflichtet mich nun auch konsequent so zu kleiden.
Letzten Endes mag ich es auch, mich so zu kleiden und bin überzeugt davon, daß es gut und richtig für mich ist - ich finde es eben einfach schön mich so zu kleiden und ich mag diese Mode eben.

Kommentare:

Norbert Fleck hat gesagt…

Weshalb spielt bei dem ganzen Thema "Kopftuch" und "lange Kleider" der religiöse Bezug überahupt eine so übermächtige Rolle?

Tücher als Kopfbedeckungen und lange Gewänder wurden in entsprechenden Klimazonen schon immer und weitgehend unabhängig von der gerade vorherrschenden Religion getragen; teilweise kann man sogar an der gerade vorherrschenden Mode die aktuellen Klimabedingungen bzw. Klimaänderungen ablesen (vgl. Codex Manesse, Süddeutschland ca. 1350 - 1450 http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg848).
Insbesondere ist nach allen mir bekannten Quellen die heutige "islamische" Mode eigentlich älter als der Islam - da sie in heißem Wüstenklima aber einfach unschlagbar bequem und praktisch ist (durchgeschwitzte Kopftücher lassen sich leichter reinigen und sind vielseitiger, als Hüte, und zudem von Nomaden wesentlich leichter transportieren) wurde sie eben auch vom Islam übernommen.
Selbst der viel diskutierte Niqab (Gesichtsschleier) nebst Abaya ("Überkleid") in den Wüstenstaaten erscheint mir vorrangig als ein Schutz gegen UV-Strahlung, Staub und Insekten entstanden zu sein - und wurde mit der Islamisierung einfach beibehalten (die enstprechenden Suren kann man ohne weiteres genau so interpretieren!), schlicht, weil es dort praktisch und sinnvoll ist.

Auch aus eigener Erfahrungen kann ich bestätigen, dass diese Mode ungeheuer bequem und in der heißen Sonne auch echt praktisch ist, und zudem auch sehr ästehtisch sein kann - was übrigens gleichermaßen für die arabische Männerkleidung oder die Mode des Codex Manesse zutrifft.

Es ist allerdings auch nicht zu bestreiten, dass eine Kleidungsform, die sich in trockenen, heißen Längern entwickelt hat, in nassfeuchtem Klima (mit hohem Bodenbewuchs) ausgesprochen unpraktisch ist - vor allem, wenn man damit arbeiten soll/will. Womit wohl auch schon erklärt sein dürfte, warum sich im heutigen Westen" die heutige Kleidungsform durchgesetzt habt. Der Militarismus und die Verehrung der Uniform im 18. Jh. tat dann (vor allem in der Männermode) sein Übriges.

Die heutigen Bestrebungen der Salafisten/Wahabiten eine regionale Mode als "einzig wahre Kleidung des Islam" zu verkaufen, ist ebenso zweifelhaft und historisch unhaltbar, wie praktisch alle radikalen Auslegungen einer Religion oder Ideologie. Letztlich dürfte das aber eher dazu führen, dass die Mode weiter verschwindet, weil sich gemäßigte Muslime und Nicht-Muslime von dieser Ideologie abgrenzen möchten/müssen.

Daher sollte man nach meiner Meinung also einfach mal das Thema "Religion" bei der ganzen Kleidungsdiskussion außen vor lassen und sich an dem erfreuen, was einem persönlich gefällt und gut anfühlt.
Ohne die religiöse Instrumentalisierung entfällt auch die Frage nach der "Unterdrückung" - Kleidung ist dann nur noch eine Frage der persönlichen Vorlieben und der Ästhetik.

Anonym hat gesagt…

Schade, dass der überaus gute und fundierte Kommentar von Herrn Fleck hier so ein Schattendasein fristet.