Hijab

Hijab

Sonntag, 11. Juni 2017

Das Kopftuch freiwillig tragen


"Jede Frau hat das Recht ein Kopftuch zu tragen, wenn sie das will.
- Ein Problem ist es nur dann, wenn sie es MUSS und dazu gezwungen wird das Kopftuch zu tragen.
Aber einfach davon auszugehen, dass jede Kopftuchträgerin dazu gezwungen wird ein Kopftuch zu tragen, ist schlicht Blödsinn. "





Ich finde das Tragen des Kopftuches und die Entscheidung es tragen zu wollen, sollte immer freiwillig sein. Eine Frau sollte das Kopftuch tragen, weil sie es selbst tragen will und gerne ein Kopftuch tragen möchte. Sie sollte es nicht tragen, weil andere es von ihr wollen oder meinen, daß sie es tragen müsste. Es sollte wirklich ihre eigene freie Entscheidung sein, ein Kopftuch zu tragen - und auch kulturelle, traditionelle, familiäre oder religiöse Gründe sollten bei dieser Entscheidung hinten an stehen. Eine Frau sollte ganz genau wissen, warum sie es trägt oder tragen will und sie sollte auch genau wissen, was das Kopftuch (ihr) bedeutet - und sie sollte sich voll und ganz darüber bewusst sein, was es für Folgen für sie hat, wenn sie es trägt, denn ein Kopftuch zu tragen bringt ja einiges an Veränderungen, Regeln, Einschränkungen und Beschränkungen mit sich - sie sollte also vorher genau wissen, worauf sie sich dabei einlässt. Wenn alles für sie passt, dann ist es vollkommen okay, wenn sie damit anfängt ein Kopftuch zu tragen. Aber wenn es einen oder sogar mehrere Punkte gibt, die dagegen sprechen würden ein Kopftuch zu tragen, dann sollte sie es lieber lassen. Und vor allem sollte eine Frau auch das Recht haben, sich gegen das Kopftuch entscheiden zu können - und vor allem es auch zu dürfen.
Sicher, wenn es “nur” ein Grund ist, der dagegen spricht, dann kommt es natürlich darauf an, wie gravierend dieser eine Grund ist - wenn er nicht so gravierend ist, dann könnte man ja eventuell auch Kompromisse eingehen. Aber die Bereitschaft dazu, diese Kompromisse einzugehen und die Entscheidung, dazu diese Kompromisse zu machen, um das Kopftuch trotzdem zu tragen, sollten allein von der Frau selbst kommen - ist sie also nicht bereit da irgendwelche Kompromisse einzugehen, dann sollte sie das mit dem Kopftuch lassen und das sollte auch akzeptiert und respektiert werden.
Oder wenn der Partner es sich wünscht oder es gar von seiner Ehefrau verlangt, dass sie ein Kopftuch trägt, dann kann sie ihm diesen Gefallen natürlich tun - und es als Liebesdienst oder Liebesbeweis ansehen. Aber letzten Endes liegt es ganz alleine an der Frau selbst, ob sie ihm diesen Gefallen auch tun möchte. Wenn sie das aus verschiedenen Gründen nicht will, oder das Kopftuch nur zu besonderen Anlässen und Gelegenheiten tragen möchte, dann sollte er das auch akzeptieren und respektieren.
Ich finde es generell falsch, wenn Mädchen und Frauen dazu gezwungen werden ein Kopftuch zu zeigen, sei es nun durch die Eltern, den Ehemann, die Familie im allgemeinen, von Freunden oder Bekannten oder durch kulturelle, traditionelle oder religiöse Zwänge. Oder wenn die Frauen von noch höherer Ebene, z.B durch Gesetze dazu verpflichtet / gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen und ihren Körper zu verhüllen. Sicher gibt es solche Gesetze nur in muslimischen Ländern, wo die meisten Frauen sich allein schon wegen ihrer Religion und ihrem Glauben so kleiden - das macht es aber nicht gerade besser, denn da es Gesetz ist und gesetzlich vorgeschrieben ist, heißt das auch, daß eine Frau bestraft werden kann - und auch bestraft wird - wenn sie sich nicht so kleiden möchte.
Aber genauso falsch würde ich es finden, wenn hier bei uns das Kopftuch per Gesetz verboten werden würde und Frauen somit gezwungen werden kein Kopftuch zu tragen, bzw. das Kopftuch gesetzlich vorgeschrieben nicht tragen dürfen, ganz egal aus welchen Gründen sie es tragen wollen oder welcher Religion sie angehören. Das würde unsere ganze Freiheit, die wir hier haben, in Frage stellen, denn bisher ist es ja so, daß jede/r sich so kleiden darf wie er/sie will, solange man mit seinem Outfit und Kleidung andere nicht stört oder belästigt, indem man sich z.B auf obszön / frivole Weise präsentiert - was allerdings auch noch nicht unbedingt ein Problem ist, solange niemand die Polizei ruft und Anzeige erstattet.
Also bevor man das Kopftuch verbietet, sollte man es lieber verbieten und unter Strafe stellen, daß Mädchen und Frauen dazu gezwungen werden ein Kopftuch zu tragen. Man sollte die Mädchen und Frauen aus diesen Kulturkreisen dazu ermächtigen und ermutigen, selbst zu entscheiden und entscheiden zu dürfen ob sie ein Kopftuch tragen wollen oder nicht. Man sollte bei beiden Seiten das Bewusstsein schärfen, daß hier bei uns niemand dazu gezwungen werden darf, ein Kopftuch tragen zu müssen und daß sie hier auch kein Kopftuch tragen brauchen oder müssen, wenn sie es nicht wollen. Vielmehr sollte man vielleicht Beratungs- und Anlaufstellen für Frauen und Mädchen einrichten, die dazu gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen. Wenn sowas überhaupt angenommen wird, denn die Zahl der Frauen und Mädchen die dazu gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen, ist vermutlich wohl eh viel kleiner, als uns die öffentliche Meinung weis machen will - der Großteil der Frauen, die ein Kopftuch tragen, trägt es vermutlich eh freiwillig und aus eigener Entscheidung heraus, weil sie es tragen wollen. Und die Frauen, die es nicht ganz freiwillig tragen, arrangieren sich erfahrungsgemäß irgendwie damit, daß sie es tragen müssen und machen das Beste draus, so daß es bald keine Rolle mehr spielt, ob sie es tragen wollen oder möchten - sie tragen das Kopftuch und es ist okay für sie - irgendwie.
Opimal ist das natürlich nicht als Kopftuchträgerin kann man nur glücklich sein, wenn man es wirklich tragen will und möchte und wenn man es freiwillig und von sich aus trägt - nur dann kann man ein überzeugtes und glückliches Kopftuchmädchen sein.
Was ist allerdings mit den Frauen, die sich nach ihrer Entscheidung ein Kopftuch zu tragen, dazu verpflichtet fühlen, es zu tragen - sei es nun aus traditionellen, kulturellen, persönlichen, familiären, romantischen, religiösen oder spirituellen Gründen — ist DAS dann nicht auch eine Form von MUSS oder Zwang?! Nicht unbedingt, denn wenn eine Frau sich freiwillig dafür entscheidet ein Kopftuch zu tragen UND ihr von vornherein bewusst ist, daß sie damit auch eine Verpflichtung eingeht, das Kopftuch aus einem oder mehreren von den zuvor genannten Gründen ständig tragen zu müssen, dann weiß sie ja bei Ihrer Entscheidung für das Kopftuch, das sie damit auch eine Verpflichtung es zu tragen eingeht - und diese Verpflichtung ist somit auch Teil ihrer Entscheidung. Es steht ihr also frei, sich für das Kopftuch zu entscheiden und damit auch die Verpflichtung einzugehen es zu tragen - oder sich gegen das Kopftuch und die Verpflichtung es zu tragen, zu entscheiden. Das ist somit ein notwendiges MUSS, was dazugehört, also quasi ein gewolltes und akzeptiertes MUSS.
Ich selbst kenne zumindest keine Frau, die dazu gezwungen wird ein Kopftuch zu tragen oder sich nicht wohl damit fühlt. Die Kopftuchträgerinnen, die ich kenne tragen es alle freiwillig und aus freien Stücken und es war ihre eigene Entscheidung es zu tragen.

Und auch ich selbst trage mein Kopftuch freiwillig, weil ich es tragen will und möchte und es zu tragen war meine Entscheidung ganz alleine. Und da ich Deutsche und Christin bin, konnte ich meine Entscheidung ganz unabhängig von irgendwelchen sozialen, gesellschaftlichen, kulturellen, traditionellen, familiären oder religiösen Zwängen oder Überzeugungen fällen. Ich hatte nur die fixe Idee unbedingt ein Kopftuch tragen zu wollen. Nachdem ich dann die Gelegenheit hatte, das Kopftuch probeweise einmal für einen​ längeren​ Zeitraum ständig im ganz normalen Alltag zu tragen, war ich einfach nur begeistert davon. Wie die bedeckende Mode und das Kopftuch an mir aussahen, das Tragegefühl, meine eigenen Gefühle beim Tragen bzw. wie ich mich selbst so gekleidet fühlte und die eher gleichgültigen Reaktionen der Leute (und Jungs / Männer) auf mich als Kopftuchträgerin, das gefiel mir alles sehr gut. Und ich wußte nach dieser “Probezeit”, daß ich das Kopftuch wirklich tragen will und möchte. Und nach dieser “Probezeit” war das verlangen danach, ein Kopftuch tragen wollen so groß, daß ich dem einfach nachgeben mußte und mich für das Kopftuch entschied. Da es eher eine persönliche Entscheidung auf Basis von Mode, Tragegefühl und dem ganzen drumherum war, war es für mich okay es auch als Christin zu tragen. Mir hat da keiner reingeredet, daß ich es tragen soll - mir wollten das eher diverse Leute (die allerdings mit meiner “Probezeit” kein Problem hatten) wieder Ausreden, aber für mich stand meine Entscheidung schon fest und es war mir damals egal was die Leute sagen, ich wollte es unbedingt tragen, mein eigenes Ding machen und machen was mir gefällt - eben anders sein als die anderen.
Nach meiner offiziellen Entscheidung für das Kopftuch, fühlte ich mich natürlich dazu verpflichtet, es ständig zu tragen - das gehört für mich dazu. Wenn man sich erstmal für das Kopftuch entschieden hat, dann MUSS man es auch ständig tragen - immer und überall, ganz egal, wo man hingeht. Aber das war mir vorher schon klar, daß aus dem wollen und möchten ein MUSS wird, sobald ich mich offiziell dafür entschieden habe ein Kopftuch zu tragen. Trotzdem trage ich es immer noch freiwillig, weil ich es tragen will und möchte - auch wenn ich mich mittlerweile aus diversen Gründen dazu verpflichtet fühle mein Kopftuch zu tragen und es deshalb tragen muss. Aber dieses MUSS basiert auf meiner eigenen Einstellung zum Kopftuch und meinen eigenen Vorstellungen davon, wie ich mein Kopftuch tragen will und möchte, es ist also mein ganz persönliches MUSS - d.h. es kommt von mir selbst und nicht von außen von anderen und das ist ein großer und wichtiger Unterschied.



Durch das Kopftuch habe ich meinen eigenen (christlichen) Glauben an Gott wieder entdeckt und wieder gefunden und ich bin mittlerweile auch zu der Überzeugung gelangt, daß ich auch als Christin in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen und meinen Körper bedecken sollte und muss - das ist für mich als brave Frau und gute Christin anständiger, sittsamer und züchtiger. Für gewöhnlich bin ich ja auch ein braves und anständiges Kopftuchmädchen, wenn ich außer Haus bin, in der Öffentlichkeit, unter fremden Leuten gehört sich das ja auch so. Freizügig, ungezogen, unanständig und unzüchtig bin ich nur zu Hause im privaten Bereich, wo ich das auch darf und so sein kann wie ich will und wie ich bin.
Aber mittlerweile trage ich mein Kopftuch eben auch aus religiösen oder zumindest aber aus spirituellen Gründen, um Gott zu gehorchen und zu dienen und ihm meinen Respekt zu zeigen. Ich fühle mich mit dem Kopftuch Gott näher und fühle mich von ihm begleitet und beschützt. 



Es gibt ja auch im Christentum ein entsprechendes “Kopftuchgebot” oder zumindest Regeln, nach denen sich die Frau anständig und sittsam kleiden soll, ihren Körper und ihre weiblichen Reize bedecken soll UND nach Möglichkeit auch ihren Kopf und ihre Haare mit einer Kopfbedeckung (z.B. Kopftuch) bedecken soll. Was ich durchaus auch sehr gut und sinnvoll finde, allerdings ist das (leider) bei den meisten Christen / Christinnen mittlerweile in Vergessenheit geraten und hat (leider) so gut wie gar keine Bedeutung mehr und wird nicht mehr beachtet. Und wer sich dennoch daran hält, wie ich, wird oft müde belächelt und als verrückt und seltsam abgestempelt. 



Ich trage es, weil ich als anständige und gläubige Frau erkannt und nicht​ wegen meines Aussehens belästigt werden möchte - außerdem signalisiere ich mit der Bedeckung meiner weiblichen Schönheit und dem verstecken der weiblichen Reize meines Körpers, daß ich nicht zum flirten bereit bin und kein Interesse an Männerbekanntschaften habe. 

Ich halte mich, was Kopftuch und Kleidung angeht, am liebsten an die muslimischen Regeln und Vorschriften, da diese doch sehr ausführlich und eindeutig sind - auch was das Benehmen und Verhalten der Kopftuch-tragenden Frau angeht. Ich finde das auch durchaus legitim, da Christen und Muslime ja an den gleichen, oder besser gesagt an denselben Gott glauben und es für eine Christin genauso gut und richtig ist, sich so wie eine Muslima zu kleiden. Außerdem haben Muslime, bzw. Musliminnen eine genauere Vorstellung davon, WARUM eine Frau sich überhaupt bedecken und ein Kopftuch tragen sollte. Hier ist das Warum und Wie einfach genauer und besser geregelt und erklärt als im Christentum. Man muss sich halt nur ein wenig damit beschäftigen und sich das herausziehen, was einem selbst wichtig ist. Allerdings muss ich natürlich zugeben, daß man es als Christin, die ein Kopftuch trägt oder tragen will, einfacher und leichter hat, als eine Muslima. Denn im Christentum ist die Kopfbedeckung / das Kopftuch wirklich freiwillig, während es im Islam (fast schon) als religiöse Pflicht angesehen wird es zu tragen - und auch wenn es eigentlich keinen Zwang im Glauben gibt (geben sollte), so ist es für eine Frau doch schwierig, sich dem Thema Kopftuch zu entziehen, während es im Christentum genau andersrum ist: es tragen kaum Frauen Kopftuch und dafür haben es die wenigen, die es gerne tragen wollen schwer.
Als Christin wird man schief angeschaut, wenn man ein Kopftuch trägt oder tragen will, während man als Muslima schief angeschaut wird, wenn man keins trägt oder keins tragen will.
Verkehrte Welt, soll es doch jede machen, wie sie es gerne machen möchte, wie es ihr am Besten gefällt und wie sie sich am wohlsten fühlt - ganz unabhängig davon, was andere meinen oder wollen, denn was geht es andere an, ob ich ein Kopftuch trage oder nicht?! Es ist schließlich mein Körper und mein Leben.
Ich trage nun schon seit 16 Jahren offiziell Kopftuch und lebe nun seit 16 Jahren unter dem Kopftuch und ich habe es bisher nie wirklich bereut, daß ich mich für das Kopftuch entschieden habe. Ich finde es sehr interessant, reizvoll und faszinierend, mit meinem Kopftuch unterwegs zu sein. Ich fühle mich sicher und beschützt damit und es gibt mir ein Gefühl der Macht und Kotrolle, darüber, was andere von mir und meinem Körper sehen können und dürfen. 



Und ich bin wirklich froh, dass ich, eine Partnerin habe, die es akzeptiert, daß ich ein Kopftuch trage - ihr gefällt es sehr gut, daß ich es trage und sie unterstützt das auch, wo sie kann. Manchmal trägt sie sogar selbst ein Kopftuch, wenn wir zusammen weg gehen (spazieren, shoppen, Essen gehen, Freundinnen besuchen). Das fühlt sich zwar immer etwas komisch an, weil ich ja eigentlich die Kopftuchträgerin bin und sie es nur vorübergehend trägt, aber es ist trotzdem irgendwie cool und schön, wenn wir beide so unterwegs sind.
Der fairness halber muß ich natürlich sagen, daß es meinem Ex-Freund / Verlobten, mit ich vorher lange zusammen war und zusammen gelebt habe, auch gut gefallen hat, daß ich ein Kopftuch trage. Er hat es akzeptiert und respektiert, daß seine Partnerin eine Kopftuchträgerin ist und er mochte das wirklich sehr gerne. Es gehörte für ihn zu mir und er fand es wirklich toll, auch weil er meinen Anblick nicht mit anderen Männern teilen mußte. Nach einer Weile gehörte das einfach zu unserer Beziehung, daß ich Kopftuch trage und es wäre für ihn undenkbar gewesen, daß ich es plötzlich nicht mehr trage. Dabei ist er Christ wie ich und hatte mit dem Thema eigentlich vorher nichts am Hut. Dennoch verlangte er es förmlich von mir, daß ich mein Kopftuch weiterhin für ihn trage, auch wenn er das natürlich nicht so direkt gesagt hat, aber das war okay für mich, da ich es ja eh tragen wollte.
Meiner jetzigen Partnerin und Ehefrau ist es mittlerweile auch sehr wichtig geworden, daß ich ein Kopftuch trage - es gehört für sie ebenfalls untrennbar zu mir und sie genießt es sehr, daß Männer mich nicht ohne Kopftuch sehen dürfen und daß ich mein Kopftuch auch vor den meisten anderen Frauen trage und sie so meinen Anblick nicht teilen muß und das für dich hat und sich so auch keine "Sorgen" machen muss. Insbesondere das mich Männer nicht ohne mein Kopftuch sehen dürfen, weil ich rbrn eine Frau bin findet sie toll - und passend, weil ich ja in einer lesbischen Beziehung lebe und mit einer Frau verheiratet bin und somit (obwohl BI) selbst auch bekennende Lesbe bin, da ist es doch sehr cool und passend, daß Männer mich nicht ohne Kopftuch sehen dürfen.
Sie findet es toll mit einem Kopftuchmädchen liiert zu sein und verlangt mittlerweile auch ganz offen von mir, daß ich mein Kopftuch für​ sie trage und daß ich es auch weiterhin trage und nicht einfach so damit aufhöre. Das macht sie aber auch nur, weil sie meine Einstellung zum Kopftuch kennt und weiß, daß ich es gerne tragen möchte und will und es so oder so tragen würde. Denn das sie von mir verlangt das Kopftuch für sie zu tragen, bedeutet ja indirekt auch, daß sie mir vorschreibt es zu tragen. Aber das ist okay für mich, denn sie ist schließlich meine Ehefrau und ich trage mein Kopftuch gerne für sie und bin gerne ihr Kopftuchmädchen. Und so weiß ich wenigstens, daß es ihr gefällt, daß sie es akzeptiert und daß es ihr wichtig ist, daß ich es trage - und ich habe so einen guten Grund mehr es zu tragen und es tragen zu müssen. Außerdem trägt sie ja selbst hin und wieder mal ein Kopftuch und weiß was sie da von mir verlangt. Und sie hat mir zuliebe vor einiger Zeit aufgehört Jeans und Hosen anzuziehen und trägt seitdem fast nur noch Röcke und Kleider, weil mir das wichtig war, daß sie sich als Frau und meine Partnerin so kleidet - da kann sie das dann auch ruhig von mir verlangen und da muß ich dann halt auch Zugeständnisse machen. 
Aber wie gesagt, ich will und möchte das Kopftuch sowieso tragen und bin Kopftuchträgerin und Kopftuchmädchen aus Leidenschaft und Überzeugung - da macht es keinen großen Unterschied, ob sie nun von verlangt es für sie zu tragen oder nicht - es gibt dem ganzen nur einen größeren Stellenwert und mehr Gewicht und Bedeutung.

Wie dem auch sei, es geht mir darum, dass ICH mich wohl fühle in meiner Kleidung wohlfühle. Genauso wie es Frauen ohne Kopftuch wichtig ist, sich in ihren Klamotten auch wohlzufühlen.
Und ich fühle mich nunmal nur (noch) MIT Kopftuch wohl. Egal ob man mich mit Kopftuch für “NOT so hot" halten würde, ich will ja auch gar nicht, daß man(n) mich für HOT hält, denn da ich ja eine Frau bin werden hauptsächlich Männer nach mir sehen und beurteilen, ob ich in ihren Augen ”Hot or Not” bin.
Das will ich aber gar nicht, da ich in festen Händen bin und außerdem wäre das auch unpassend, da ich ja mit einer Frau verheiratet bin - aber selbst, wenn ich mit einem Mann zusammen wäre, wäre es unangebracht, wenn ich mich in der Öffentlichkeit von anderen Männern “begutachten” und begaffen lassen würde.
Aber mir ist das sowieso egal, was andere Menschen von meinem Aussehen halten (was nicht heißen soll, dass ich wie 'ne Vogelscheuche durch die Gegend laufe), wenn ich mich schön anziehe, dann nur, damit ich mich selbstbewusst und gut fühle. Denn nur wenn ich mich in meiner Haut wohlfühle (= Kopftuch, schöne Kleidung und ein gepflegtes Äußeres), kann ich auch selbstbewusst sein.
Ich ziehe mich also nur für mich selbst - und für meine Ehefrau - schön an, für niemand sonst. Und was mein Kopftuch und meine Kleidung verbergen und verstecken ist ja auch nicht für fremde Augen bestimmt, sondern geht nur mich und meine Partnerin was an. 
Und ich trage mein Kopftuch freiwillig, weil ich es tragen möchte und tragen will. Es hat eine besondere Funktion und eine spezielle (spirituelle) Bedeutung für mich. Daß ich das Kopftuch tatsächlich ständig tragen MUSS ist auch meine eigene freie Entscheidung und Einstellung dazu und meine ganz persönliche Kopf-Sache, denn niemand zwingt mich dazu mein Kopftuch zu tragen - außer mir selbst natürlich. 





Nachtrag über das "Kopftuch tragen MÜSSEN":Ich erwähne des öfteren, daß ich mein Kopftuch tragen MUSS - hier könnte leicht der Eindruck entstehen, daß ich zum tragen des Kopftuches verdonnert und gezwungen werde - dem ist aber nicht so, denn dieses MÜSSEN kommt nicht von außen - es kommt von mir selbst, von meiner Einstellung zum Kopftuch und meinen ganz eigenen Vorstellungen vom Kopftuch tragen, die darauf hinauslaufen, das ich es tragen MUSS. Damals, als ich mit dem Kopftuchtragen​ anfing wollte ich es unbedingt ständig tragen, weil ich es wollte und weil ich es gern trug. Ich stellte mir allerdings auch vor, wie es wäre, wenn ich tatsächlich tragen müsste - und gar keine andere Wahl hätte als es zu tragen. Ich fand diesen Gedanken durchaus interessant, spannend und faszinierend. Aber mein kultureller, traditioneller, familiärer und religiöser Hintergrund gaben eine generelle Verpflichtung zum Kopftuchtragen als MUSS einfach nicht her. Und zum Islam zu konvertieren, nur damit ich ein Kopftuch tragen muss, war auch keine Option, denn das wollte ich ja gar nicht, da ich mich als Christin ganz wohl mit meinem Glauben fühle. Also bekam ich meine ganz eigenen Vorstellungen, von meinem persönlichem Kopftuch-MUSS - und stellte mir meine eigenen Regeln und Vorschriften auf, die mich zum Kopftuchtragen verpflichteten und weswegen ich es tragen muss. Zuallererst sah ich natürlich meine freiwillige Entscheidung dafür, ständig ein Kopftuch tragen zu wollen, als Verpflichtung an - sprich, durch diese bewußte Entscheidung für das Kopftuch ist aus dem Wollen und Möchten (in meiner Vorstellung) ein MUSS geworden. Was ja okay so ist, denn ich möchte ja eine Kopftuchträgerin sein und möchte es tragen müssen. Und das zweite MUSS ist, daß ich es aus Gehorsam, Demut und Respekt zu Gott trage, denn mit meiner Entscheidung das Kopftuch zu tragen, habe ich mich letzten Endes auch entschieden, Gott zu gehorchen, seinem Willen zu folgen und es für Ihn zu tragen. Und diese Verpflichtung kann man nun schlecht leugnen oder von der Hand weisen. Ich habe auch noch andere Gründe für mich gefunden, aus denen ich das Kopftuch tragen muss, aber die möchte ich jetzt hier nicht alle aufzählen. Auf jeden Fall hab ich mich da im Laufe der Zeit ziemlich reingesteigert, so daß ich selbst dran geglaubt habe das Kopftuch nun tragen zu müssen und es nicht wieder ablegen zu können und zu dürfen.Daß meine Partnerin ganz offen von mir verlangt, daß ich das Kopftuch für sie tragen soll, ist in dem Sinne sogar eine Entlastung für mich, weil mir da jetzt um das muß und die Gründe dafür keine Gedanken mehr machen muss, sondern mich entspannt zurücklehnen kann und mir sagen kann, daß ich mein Kopftuch tragen muss, weil meine Ehefrau will, daß ich es für sie trage und sie es von mir verlangt. Für sie trage ich es natürlich gerne - ich sehe daß auch nicht als zwingen oder so an, ich sehe das eher als Liebesdienst und Liebesbeweis - so wie sie für mich nur noch Röcke und Kleider anzieht. Und da ich das Kopftuch ja sowieso tragen will und möchte, macht es eigentlich keinen Unterschied, dass sie es mir quasi vorschreibt - zu etwas das man freiwillig macht und tun will, kann man schließlich schlecht gezwungen werden. Aber es gibt dem ganzen halt mehr Gewicht und Bedeutung - und zusätzlich zu meinem eigenen Gründen ein Kopftuch tragen zu müssen, kommt es einem MUSS, wie ich es immer haben wollte schon sehr nahe, wenn sie auch noch von mir verlangt ein Kopftuch für sie zu tragen und ihr Kopftuchmädchen zu sein. So hab ich jetzt quasi meine eigenen Gründe, das Kopftuch tragen zu müssen und das verlangen bzw. die Verpflichtung durch meine Partnerin, mein Koptuch für sie zu tragen, von außen​, so daß sich jetzt innere und äußere Gründe das Kopftuch tragen zu müssen, die Waage halten. Aber dennoch läuft alles so, wie ich es gern haben möchte, ich trage ich mein Kopftuch immer noch freiwillig, weil ich es tragen will und möchte. Und ich MUSS es trage, weil ich das so möchte und ich es gerne tragen müssen will. 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Tja, es wäre schln, wenn man in die Köpfe sehen könnte, wer zu etwas gezwungen wird und wer etwas freiwillig tut. Allerdings befürchte ich - und in Deinem Beitrag klingt es an -, dass es mehr als nur schwarz und weiß, sprich freiwillig oder gezwungen, gibt. Da wären von Selbstzwang (ist in der Mode ja durchaus üblich) und Selbstbeweis (ich kann das) über ausgesprochene und unausgesprochene Erwartungshaltungen an sich selbst und von Dritten bis hin zu vermeintlichen oder echten Sachzwängen alles dabei (wenn nur die zur Arbeit gingen, die das wollten, sähe die Welt anders aus, viele gehen doch - zumindest gelegentlich) -, weil sie "müssen", was irgendwie auch Zwang und doch wieder nicht ist.

Fakt ist, dass m.E. hier einem Thema viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, nur weil es optisch auffällig ist. Nebenbei wird verkannt, dass das Kopftuch ein ureuropäisches Kleidungsstück und hier seit vielen Jahrhunderten beheimatet ist. Nicht zu vergessen die Filme mit Grace Kelly und Audrey Hepburn, die Auftritte von Jackie Kennedy und der Queen und auch die Trümmerfrauen - Kopftuch ohne (äußeren) Zwang und auch ohne jegliche religiöse Bedeutung. Warum haben "wir" den Muslimen das Kopftuch "überlassen"? Vor 40 und mehr Jahren war das hier durchaus noch mehr oder weniger alltäglich und ist aus ganz anderen Gründen "ausgestorben".

Gerade gestern hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art, als eine ganze Gruppe Mädchen mit Rock auf einem Ausflug unterwegs war. Zunächst dachte ich an einen Gag, bis ich erfuhr, dass die (aus religiösen Gründen) immer Rock tragen - mit christlichem Hintergrund und ansonsten ganz normale Teenager. Verbieten wir demnächst den Frauen auch den Rock?

Ein paar provokante Fragen:
Wem schadet es eigentlich, wenn jemand ein Kopftuch trägt? Müsste nicht eigentlich die Mode-Industrie dafür sein, weil das ein riesiger Absatzmarkt wäre? Oder erledigt sich das Thema, wenn das Kopftuch für Männer en vogue wird?

Aber war da nicht einmal etwas mit Toleranz? Und dem kategorischen Imperativ? Wer keine Probleme hat, der schafft sich welche - oder lenkt geschickt von den Problemen ab, wofür das Kopftuch sich wegen seiner Sichtbarkeit bestens eignet ...

Amirah (Diana) hat gesagt…

@anonym: Oh nein, bitte nicht in die Köpfe sehen, das wäre ganz schlecht - vor allem bei meinen unanständigen Gedanken manchmal *lach* - ich glaube das möchte auch niemand.
Ich denke mal, solange die betreffende Frau mit dem Kopftuch (sofern sie es tatsächlich nicht freiwillig trägt) nicht mit körperlicher, verbaler oder psychischer Gewalt dazu gezwungen wird das Kopftuch zu tragen, sich damit arrangieren kann es zu tragen und nicht darunter leidet ein Kopftuch tragen zu müssen - ist es ganz alleine ihre eigene Sache und ihr Problem (sofern es überhaupt eins ist).
Ich denke da nur mal dran, daß sie sich wegen ihrer Religion dazu verpflichtet fühlt es zu tragen - ob sie will oder nicht. Oder daß sie damit anfängt, weil Freunde und Familie es von ihr erwarten, dass sie ein Kopftuch trägt (z.B. weil Mutter und Schwestern es ja auch tragen - und das vielleicht sogar freiwillig aus ihrer eigenen Entscheidung heraus).
Wenn sie sich allerdings fügt und mit dem Tragen des Kopftuches anfängt, um ihrer religiösen Verpflichtung nachzugehen oder Erwartungshaltung von Freunden und Familie gerecht zu werden, dann ist es ja ihre eigene Entscheidung sich dem zu beugen oder zu fügen und das Kopftuch zu tragen. Also ist es letzten Endes ja doch irgendwo freiwillig - selbst wenn es vielleicht nur ein fauler Kompromiss ist. Die meisten, die so angefangen haben, arangieren sich mehr oder weniger damit, das Kopftuch zu tragen und früher oder später macht es ihnen nichts mehr aus es zu tragen odet es gefällt ihnen sogar. (Kritiker würden jetzt wieder sagen, daß sie es sich schön geredet haben - genauso wie ich mir eingeredet habe, mein Kopftuch tragen zu müssen)
Die Welt der Mode ist tatsächlich vielen Zwängen unterworfen - ich denke da nur mal an die Mädels, die sich in enge Leggings zwängen, obwohl es ihre Figur eigentlich gar nicht zuläßt oder erlaubt, nur weil die Dinger eben gerade “IN” sind. Daß es furchtbar aussieht - egal “ich kann das auch tragen”. Das diese Leggings wirklich nur schlanken Frauen stehen wird da einfach verdrängt. Oder wenn Frauen Mini-Röcke tragen, obwohl sie sich gar nicht wohl damit fühlen, nur weil es dem Partner gefällt und er es von ihr erwartet. Nur wenn sie nicht sagt, daß ihr das nicht gefällt und sie es erst ein paar mal gemacht hat, dann wird auch die Erwartungshaltung des Partners immer größer, weil er denkt dass sie es gern trägt.
Es gäbe da noch so viele Beispiele, aber die jetzt alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.
Von echter Freiwilligkeit, über eigene Erwartungshaltungen oder die von anderen, bis hin zum Selbstzwang ist wohl in Sachen Mode alles dabei, um sich selbst und anderen zu gefallen - oder gerecht zu werden. Und zwischen Zwang und Freiwilligkeit gibt es tatsächlich mehr als nur schwarz und weiß. Auch im Alltag sind wir vielen Zwängen, Erwartungshaltungen Anderer und vielen müssen ausgesetzt. Das mit der Arbeit war ein gutes Beispiel.
Fakt ist, die Kopftuchmode ist vielen Zwängen, Regeln und Vorschriften unterworfen - was allein schon durch ihre Herkunft und ihre Hintergründe bedingt ist - und die Trägerin muss sich diesen Zwänge bzw. Regeln und Vorschriften natürlich auch unterwerfen und sie beachten und befolgen. Und für die westlich emanzipierte Frau, die Freizügigkeit und freizügige Kleidung gewohnt ist, sieht diese Kopftuchmode natürlich schon rein äußerlich nach Zwang aus. Was aber nicht heißt, daß es das auch ist oder das jede Kopftuchträgerin dazu gezwungen wird. Viele tragen es freiwillig, weil sie sich aus den unterschiedlichsten Gründen so kleiden und wollen oder weil es ihnen einfach gefällt.
Es gibt doch diesen Grundsatz: “Im Zweifel für den Angeklagten.” Und da man es ja nicht genau weiß, sollte man bei jeder Kopftuchträgerin erstmal davon ausgehen, daß sie ihr Kopftuch freiwillig und es aus ihrer eigenen Entscheidung hersus trägt - bis man von ihr selbst was gegenteiliges hört.
Aber wie dem auch sei, solange es für sie mehr oder weniger okay ist, ein Kopftuch zu tragen, ist das ganz alleine ihre Sache.

Amirah (Diana) hat gesagt…

@anonym: Wie dem auch sei, dem Thema 'Kopftuch’ wird einfach viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, eben weil das Kopftuch so offensichtlich ist und weil man dem Kopftuch aus Unwissenheit und Ignoranz soviel andichten kann - “politisches Symbol”, “religiöses Symbol”, “Integrations-Verweigerung”, “Unterdrückung der Frau”, “Unemanzipiert”, “dreckig, unhygienisch” usw. und so fort. Dabei sind viele Kopftuchträgerinnen emanzipierter und selbstbewusster als man denkt, viele sind auch gut integriert und was ist daran falsch, wenn man an Gott glaubt und ihm gehorcht und das auch zeigt - es muß niemand mit der betreffenden Frau über ihren Glauben und ihre Ansichten reden oder gar über Gott diskutieren.
Und unterdrückt fühle ich mich als Kopftuchträgerin auch nicht - selbst wenn meine Partnerin bei meinen Kleidungs- und Kopftuchtrage-Gewohnheiten mitmischt und mir da Vorschriften macht. Es freut mich ja, daß es ihr gefällt und dass sie sich da Gedanken macht und da sie mir zuliebe ja nur noch Röcke und Kleider trägt kann sie auch bei mir mitmischen und mitbestimmen, zumal sie ja selbst hin und wieder mal ein Kopftuch trägt. Ich fühle mich dadurch nicht unterdrückt, es entlastet mich eher, auf der Suche nach dem Muss und einem Grund mein Kopftuch tragen zu müssen und es ist schön, ein Muss von außen zu haben, so muß ich mir das nicht selber immer wieder zurechtreimen muss.

Was Du bei dieser Mädchengruppe beobachtet hast, das gibt es bei vielen konservativen christlichen Glaubensgemeinschaften. Da hat man (noch) ein recht altmodisches Mann- / Frau- Rollenbild, wozu es halt auch gehört, daß Jungs und Männer Hosen tragen und Mädchen und Frauen Kleider und Röcke, ganz so wie es sich gehört und wie es früher einmal war.
Meine Mutter vertrat übrigens eine ähnlich altmodische Ansicht, daß Mädchen nur Röcke und Kleider tragen sollten und keine Hosen tragen dürfen / sollen, weil die halt für die Jungs und Männer sind. Das hatte aber bei ihr keine religiösen Gründe sondern lag eher daran, daß ihre Mutter (meine Oma) schon diese Ansicht vertrat und meine Mutter selbst so aufgewachsen ist - außerdem ist sie begeisterte und überzeugte Rock- und Kleidträgerin. Das führte natürlich dazu, daß ich als Mädchen auch nur Röcke und Kleider anziehen durfte und keine Hosen und Jeans anziehen durfte, weil sie mich einfach auch zu einer begeisterten Rockträgerin erziehen wollte (was sie auch geschafft) und mir ihre Ansicht, daß Männer und Frauen sich unterschiedlich kleiden sollten, mit auf den Weg geben wollten.
Ich bin also​ im Prinzip schon mit Bekleidungsvorschriften, Regeln und Verboten aufgewachsen, aber geschadet hat es mir auch nicht. Es hat wohl eher meine Bereitschaft verstärkt, mich anderen Bekleidungsvorschriften unterwerfen zu können und zu wollen.
Und da lange Röcke und Kleider zum Kopftuch ganz normal sind, ist die Kopftuchmode wohl halt die ideale Mode für mich, nicht zuletzt auch, weil ich sehr gerne Kopftücher trage. Jeder halt so wie er mag, ich bin halt anders als andere Frauen und bin froh, daß ich mich mein Anderssein auch traue. Ich mag halt eine Art von Mode, die für eine Deutsche und Christin eher untypisch ist, aber ich stehe dazu und trage es halt einfach und habe mich auch mit den Hintergründen, der Bedeutung, der Symbolik, und den Bekleidungsregeln und -vorschriften angefreundet und arangiert.
Ich bin froh, daß ich mich dafür entschieden habe ein Kopftuch zu tragen und das mache was mir gefällt, denn sonst wäre ich wohl auch nur eine von den vielen, die täglich mit dem hinterher rennen hinter irgendwelchen Modetrends versucht, um die Gunst der Anderen zu buhlen.
Aber so mache ich mein eigenes Ding und fühle mich gut und wohl dabei - und vielleicht auch ein wenig besonders.
Wenn bloß diese vielen Neider und Hater nicht wären, vor denen man sich immer erklären und - zurecht - fürchten und Angst haben muss.
Dabei sollte doch jede Frau, die es will, ganz in Ruhe ihr Kopftuch tragen können - ganz egal, was sie für Gründe dafür hat.