Hijab

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Samstag, 31. August 2019

Antwort zu einem homophoben Kommentar

Ich habe gerade folgenden Kommentar bekommen, den ich Euch natürlich nicht vorenthalten will und da der oder die Schreiber*In so überaus mutig war, diesen Kommentar anonym und ohne Nennung seines Namens zu Posten, will ich da natürlich auch gerne öffentlich drauf antworten.

Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Wer darf mich ohne mein Kopftuch sehen?" hinterlassen:

Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn bei ihnen haben Frauen den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; 27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Männer mit Männern Schande über sich gebracht und den Lohn für ihre Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. (Röm 1,26f)

Nein, auch im Christentum gibt es keinen Geschlechtsakt zwischen Frau und Frau. Da hast du was falsch verstanden.

Ja, sehr schön, nur was hat dieser Zusammenhang lose Textschnipsel jetzt mit mir zu tun? Ich gebe mich nicht in schändlichen Leidenschaften hin und ich habe auch keinen widernatürlichen Verkehr oder was auch immer Du mir damit sagen willst. (Damit waren früher in der damaligen Zeit hauptsächlich Sodomitische Praktiken gemeint – und nein, wir haben kein Haustier)
Und Römerbriefe? Dir ist schon bewusst, dass da einfache Menschen aus der damaligen Zeit schreiben und zwar ihre eigenen fast 2000 Jahre alten Ansichten, die mittlerweile doch arg überholt sind – zumal diese wohl kaum Gottes Ansichten dazu widerspiegeln, da diese Worte wie gesagt von einfachen Menschen aus der damaligen Zeit stammen, die in keinerlei Beziehung oder Verbindung zu Gott standen. Außerdem verbirgt sich hinter dem, was Du da zitierst eine weitaus schlimmere Geschichte, die nicht viel mit lesbischer oder homosexueller Liebe zu tun hat oder was dagegen hat – was aber heutzutage gerne so gedeutet wird.
Waren es nicht gerade die alten Römer und Griechen, die gern mit jungen Männer und Knaben rummachten und für die das zu der damaligen Zeit völlig normal war? Ich glaube DU hast da was falsch verstanden.

Und Nein, denn es gibt tatsächlich im allgemeinen keinen Geschlechtsakt zwischen Frau und Frau, denn ein Geschlechtsakt bezeichnet die sexuelle Vereinigung von Personen beiderlei Geschlechts – Frau und Frau haben das selbe Geschlecht – da gibt es keinen Akt zwischen den Geschlechtern und des weiteren fehlt Frauen für einen Geschlechtsakt auch das nötige Werkzeug – sprich das kümmerliche Ding, was mancher Mann gerne als Penis bezeichnet.
Von daher kann es zwischen Frauen niemals einen Geschlechtsakt geben, geschweige denn, das man es so nennen könnte.
Und was ist, wenn eine Mutter mit ihrer Tochter kuschelt oder eine Schwester mit ihrer Schwester – verurteilst Du dieses zeigen von gegenseitiger Zuneigung auch als “widernatürlich”?
Was ist überhaupt natürlich – steht es Dir zu darüber zu urteilen? Ich glaube es gut so gut wie nichts, was nicht in der Natur vorkommt – stell Dir vor, es gibt sogar schwule Pinguine.
Du hast da wohl was falsch verstanden.

Unter Frauen kann es doch wohl höchsten ein Liebesspiel und ein Austausch von Zärtlichkeiten sein – was für Dich so schlimm daran?! Was ist generell so schlimm daran, wenn zwei Menschen, egal welchen Geschlechts sich lieben und selbst wenn es zwei Frauen sind – kräht da heute überhaupt noch ein Hahn nach? Wir sind sogar verheiratet und es stört sich keiner dran – noch nicht mal die Pastorin, die unsere kirchliche Trauung vorgenommen hat – sie fand es eher etwas ungewöhnlich, dass ich ein Kopftuch trage, aber das zwei Frauen sich lieben und von ihr kirchlich getraut werden, war kein Problem für sie.
Da guckst Du, gell?! Ich glaube Du hast da was falsch verstanden.

War es nicht gerade unser Herr Jesus Christus, der als junger Mann mit 12 anderen jungen Männern und einer angeblich geläuterten Hure umhergezogen und zusammengelebt hat, der immer wieder das Gebot der Nächstenliebe gepredigt hat?! Ein Schelm, der Böses dabei denkt – was da sonst so abgegangen ist, steht leider nicht in der Bibel. 13 Männer und eine Frau und da willst Du mir was von schändlichen Leidenschaften erzählen? Wobei sich ja auch die Wissenschaftlichen Beweise verdichten, dass Jesus und Maria Magdalena miteinander verheiratet waren, sofern es sie denn wirklich gegeben hat – Jesus und eine Hure – eine Wahrheit, gegen die sich insbesondere die katholische Kirche mit Händen und Klauen wehrt.

Wie dem auch sei, Gott ist für mich der einzige Herr und Gott und Gott liebt alle seine Geschöpfe – Gott ist allverzeihend und barmherzig – warum sollte er mir also böse sein, dass ich eine Frau liebe – er hat mich –und sie – ja schließlich so gemacht: mich bisexuell und sie lesbisch – Gott wird sich schon was dabei gedacht haben, als er das so arrangiert hat und letzten Endes hat er uns ja auch zusammengeführt. Wenn Gott das nicht wollte – frage ich Dich – warum schafft er dann Schwule, Lesben, Bisexuelle, Intersexuelle, Transsexuelle ja sogar Asexuelle, die gar kein Interesse an Sex haben? Sie es ein, es gibt nicht nur schwarz und weiß, nicht nur Mann und Frau und nicht nur Beziehungen zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen eben auch zwischen Frauen – Gott steht eben auf Vielfältigkeit in der Welt. Und es steht Dir nicht zu darüber zu urteilen – Du kannst das zwar ablehnen, aber bitte heimlich still und leise – wir leben in offenen und toleranten Welt, wo auch Homosexualität langsam ihr sündiges versautes Image verliert, denn die Wissenschaft hat mittlerweile längst festgestellt, dass es etwas vollkommen normales und natürliches ist. Wer schwul, lesbisch oder bi ist, der wird so geboren und hat keine Möglichkeit sein Leben anders zu leben, genauso wie heterosexuelle Menschen ja so geboren werden – nur das Leute wie Du halt für sich reklamieren, dass das das einzig normale sei – was so leider nicht stimmt – aber wenn man 2000 Jahre alten Weltanschauungen hinterherhängt und nachtrauert bekommt man das halt nicht mit.
Du hast da wohl was gründlich falsch verstanden.

Wahre Liebe gibt es eben nur unter Frauen und wenn Du das als schändliche Leidenschaften betrachtest, dann gehe ich gerne solchen Leidenschaften nach.

Im übrigen bin ich eine gläubige Christin und ich bin es gern – auch wenn ich mit einer Frau zusammen bin – aber wer sollte es mir verbieten? Ich glaube nun mal an Gott und ich bete zu Gott und mich dabei bisher noch nicht der Blitz getroffen – Die Welt hat sich halt weiter gedreht, hin und wieder sollte man doch mal den eigenen Standpunkt hinterfragen und mal überprüfen ob einige Regeln und Aussagen der eigenen Religion heute überhaupt noch praktikabel oder Zeitgemäß sind. Bei uns wird ja heute auch keiner mehr gesteinigt, gekreuzigt oder zum Tode verurteilt obwohl die Bibel da immer noch fleißig Werbung für macht – ignorante Welt nicht wahr?!

Nee. ich glaube Du hast da wohl doch was falsch verstanden – denk mal drüber nach.

Sonntag, 18. August 2019

Antwort auf einen Kommentar: Warum definiere ich mich als Kopftuchträgerin?

"Warum definieren sie sich immer wieder als Kopftuchträgerin?" - "Weil ich eine bin!" 


  





Warum definiere ich mich als Kopftuchträgerin?

Antwort auf einen anonymen Kommentar, welche mir einen eigenen Blog-Eintrag wert ist, da ich das Thema durchaus interessant finde und Lust habe mich einmal schriftlich damit auseinander zu setzen.
 
Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Darum ist (m)eine lesbische Beziehung mit einer Frau so schön..." hinterlassen: 

"Warum definieren Sie sich immer wieder als "Kopftuchträgerin"? Warum sehen Sie sich nicht einfach als Mensch/Frau die eben diesen (vielleicht etwas exotischen) Kleidungsstil aus verschiedenen Gründen mag?Sie würden Sich ja auch nicht als "Rock-Trägerin" oder "Handtaschen-Trägerin" definieren!?Es ist ja kein Geheimnis, dass ein Kopftuch durchaus auch seine Vorteile im Bezug auf Bequemlichkeit hat (gerade im Sommer), und dass es richtig gut und elegant aussehen kann (wenn man mal die gängigen Vorurteile stecken lässt) ist auch nichts Neues.Haben Sie doch einfach mehr Mut "Sie selbst zu sein".[...]"

Hierauf möchte ich natürlich gerne Antworten:
Ich definiere mich als Kopftuchträgerin, weil ich eine Kopftuchträgerin bin, ganz einfach. Es ist das offensichtlichste an mir, da ich es die meiste Zeit des Tages trage - ich trage es immer, wenn ich aus dem Haus gehe und ich trage es auch oft Zuhause, weil ich mich einfach wohl damit fühle und weil ich es sehr gerne trage.
Ich habe auch kein Problem damit, mich als ein Kopftuchträgerin zu sehen - denn das bin ich ja nun mal. Ich bin stolz darauf, ein Kopftuch zu tragen, weil es etwas besonderes für mich ist und eine besondere Bedeutung für mich hat und ich trage es gerne, weil ich es ja tragen möchte und weil ich es tragen will.
Für mich hat die Bezeichnung "Kopftuchträgerin" auch nichts abwertendes - es ist eher eine neutrale Zustandsbeschreibung meines äußeren Erscheinungsbildes, die mit einem Wort eigentlich alles sagt, was wichtig ist und keine Fragen mehr offen läßt. 
Ich finde es ja toll, dass ich ein Kopftuch trage und ich bin froh und glücklich darüber, dass ich meinen Weg  gehe und diesen Weg auch gehen kann. Und ich finde es gut, dass ich einfach ein Kopftuch tragen kann und dass es mir keiner verbietet oder vorschreibt - es ist ein Stück Freiheit für mich, die ich habe. Warum sollte ich mich also nicht als Kopftuchträgerin bezeichnen oder definieren?!

Eine Rockträgerin bin ich ja obendrein auch noch, weil ich ja fast nur Röcke und Kleider trage, denn ich finde, dass ich sie als Frau einfach tragen muss, und dass ich keine Hosen und Jeans tragen sollte. Röcke und Kleider sind nun mal die traditionelle Kleidung der Frau - und Hosen und Jeans sind für die Männer gemacht. Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn Frauen Jeans und Hosen tragen, aber für mich ist das nichts - für mich sind sie sozusagen tabu. Ich kann mich höchstens mal zu Leggings mit einem passenden Oberteil dazu durchringen, weil Leggings eben eine besonders weibliche und feminine Form der Hose sind.
Ich mag meine Kleidung halt eher traditionell und konservativ, zumal das auch, im Gegensatz zu der heutigen Mode, sehr anständig, sittsam und züchtig ist. Wobei natürlich jede(r) für sich definieren muss, was "anständige Kleidung" ist - darüber kann und will ich mir kein allgemein gültiges Urteil erlauben. Und natürlich bezeichne ich mich im richtigen Kontext und Zusammenhang auch schon mal als "Rockträgerin", weil ich ja ganz offensichtlich auch eine Rockträgerin bin und das etwas ist, was mich ausmacht und auszeichnet - zumal es ja auch nicht alltäglich ist, dass eine Frau nur Röcke (und Kleider) trägt. 

Da ich, wie jede Frau, Handtaschen benutze und mit mir rumtrage, um das was ich so brauche zu verstauen, bin ich natürlich auch eine "Handtaschenträgerin", aber ich würde mich natürlich nicht als solche bezeichnen oder definieren, denn das macht jede Frau, es ist also nichts Besonderes und auch nichts, was mich auszeichnet. Ich für meinen Teil kenne zumindest keine Frau, die keine Handtasche besitzt, sie benutzt und sie nicht mit sich rum trägt, wenn sie weg geht. Das ist halt was vollkommen normales und gehört zum Frau-sein dazu.

Dadurch, dass ich in einer lesbischen Beziehung lebe, bin ich natürlich (trotz dessen, dass ich bisexuell bin) eine "Lesbe" und ich würde mich mittlerweile auch vollkommen als Lesbe bzw. als lesbisch definieren - aber ich würde mich nicht als solche bezeichnen, auch wenn es etwas ist, was mich ausmacht. Aber es ist ja nichts offensichtliches, das ist der Unterschied - wenn man mich auf der Straße sieht, dann sieht man mir ja nicht an, dass ich "lesbisch" bin und selbst wenn ich mit meiner Partnerin unterwegs bin, dann sieht man uns nicht an, dass wir lesbisch sind oder dass wir ein Paar sind und in einer lesbischen Beziehung zusammen leben. 
Ich schäme mich nicht dafür, aber ich muss es auch nicht jedem auf die Nase binden - also warum sollte ich mich, außer im privaten Kreis, als "Lesbe" oder "lesbisch" bezeichnen - selbst wenn ich mich so definiere?!    

Natürlich bin ich eine Frau, die diesen Kleidungsstil aus verschiedenen Gründen mag - das hab ich ja auch schon oft gesagt und dass ich das Kopftuch durchaus ja auch sehr bequem, weiblich, schön und elegant finde und dass ich es auch deswegen gerne tragen möchte, ist ja auch kein Geheimnis.
Wenn ich sage, dass ich eine Kopftuchträgerin bin, dann fasst es das doch sehr gut zusammen - und es hört sich besser an, als zu sagen, dass ich eine "Frau bin, die gerne ein Kopftuch trägt" - zumal Kopftuchträgerin auch kürzer ist.
Kopftuchträgerin finde ich halt besser und kürzer als "Frau, die gerne Kopftuch trägt".
Was ich auch noch sehr schön finde ist die Bezeichnung "Kopftuchmädchen" - auch wenn das mittlerweile leider eher negativ besetzt ist. Aber ich finde "Kopftuchmädchen" trotzdem sehr schön und bezeichne mich gelegentlich auch gern selber so. Ich bin ein eben Kopftuchmädchen - na und?! Ich bin ein "Mädchen" und ich trage ein Kopftuch - das kann jeder sehen und das ist ja auch offensichtlich und ich finde das gut so.
Aber ob nun Kopftuchmädchen oder Kopftuchmädchen - ich finde beides vollkommen in Ordnung und es trifft ja auch beides auf mich zu. Ich finde es auch nicht abwertend, im Gegenteil, ich sehe beide Bezeichnungen eher als Auszeichnung für mich und Hervorhebung einer Besonderheit, die mich auszeichnet - selbst wenn ich mich selbst damit nicht hervorheben oder über andere stellen will. Ich sehe es eher als eine neutrale Bezeichnung, denn egal ob ich mich nun als Kopftuchträgerin oder Kopftuchmädchen bezeichne - das macht mich ja nicht besser als andere. 

  
"Haben Sie doch einfach mehr Mut "Sie selbst zu sein".

Danke, aber diesen Mut habe ich bereits, deswegen trage ich ja ein Kopftuch - weil ich ganz "Ich selbst" bin und es gerne tragen will und möchte. 
Das Kopftuch gehört mittlerweile zu mir, wie meine Handtasche, meine Röcke oder eben meine Haare - mit dem Kopftuch bin ich "Ich selbst", es ist mittlerweile ein Teil von mir und es gehört zu mir. Ich habe es damals ausprobiert ein Kopftuch zu tragen und es hat mir gefallen, so daß ich es immer öfter in der Freizeit getragen habe - Zuhause oder auch wenn ich weg gegangen bin. Das hat mir gefallen und ich fand es schön. Und irgendwann hatte ich dann den Wunsch es "richtig" zu tragen und es immer zu tragen, so wie es eine Muslima tut. Dieser Wunsch ständig ein Kopftuch zu tragen wurde immer größer, so daß ich irgendwann nicht mehr anders konnte und mich für das Kopftuch entscheiden mußte, um mir diesen Wunsch zu erfüllen - und die Sehnsucht danach, ständig ein Kopftuch zu tragen zu beenden. Ich kann es mir nicht erklären, aber ich spürte einfach, dass es gut und richtig für mich ist und dass das Kopftuch einfach zu mir gehört, auch wenn ich eine Christin bin.  
Und das war der Deal für mich: Ich entscheide mich FÜR das Kopftuch und MUSS es wegen dieser Entscheidung IMMER und ständig tragen, wenn ich das Haus verlasse und mich in der Öffentlichkeit bewege, ganz egal, wo ich hingehe. 
Aber gerade am Anfang hat doch viel Mut dazu gehört, es als Deutsche und Christin, gemäß meines Wunsches und meiner Entscheidung ständig zu tragen: immer und unter allen Umständen, ganz egal, wo ich hingehe. Aber ich hatte diesen Mut dazu - was sollte ich auch anderes machen?! Die Sehnsucht danach es immer zu tragen war nicht mehr auszuhalten und ich hatte mich ja auch schon für das Kopftuch entschieden, also blieb mir meiner Vorstellung nach nichts anderes mehr übrig, als es nun auch zu tragen.
Wenn man es ständig tragen will, dann ist das natürlich schon etwas anderes, als wenn man es nur gelegentlich trägt. Denn wenn man es nur gelegentlich trägt, dann macht es Spaß es zu tragen und so zu sein, wie man will - da macht man sich keine Gedanken, was die Leute dazu sagen oder denken - oder es ist einem egal. Denn das Kopftuch ist ja nur "geliehen" - eine Ausnahme - es gehört nicht wirklich dazu.
Aber wenn man sich dafür entschieden hat, es ständig zu tragen, dann ist es plötzlich nicht mehr so egal, was die Leute darüber denken, denn jetzt trage ich es ja immer und es gehört zu mir und es ist plötzlich, als wenn man mir ansehen würde, dass ich es immer trage und mich bewußt dafür entschieden habe.
Da macht man sich natürlich erstmal schon Gedanken: 
  • was sagen die Leute, 
  • kann ich so überhaupt rausgehen
  • hält man mich für eine Muslima oder ist es den Leuten egal,
  • was sagen die Leute, wenn sie merken, dass ich Deutsche bin,
  • was sagen sie, wenn sie herausfinden, dass ich Christin bin,
  • wird mich jemand wegen dem Kopftuch blöd anmachen,
  • was denken die Leute, wenn sie mich so sehen,
  • was denken die Leute, über mich als Kopftuchträgerin
  • wie werden sie mich ansehen, 
  • wie werden sie mich behandeln, 
wenn ich ein Kopftuch trage??? Das sind alles so Sachen, über die man sich am Anfang Gedanken macht - auch wenn ich vorher schon unzählige Male mit Kopftuch unterwegs war.
Es war ja nun mein ausdrücklicher Wunsch und meine freie Entscheidung ein Kopftuch zu tragen - und es aufzuziehen und es umzumachen war leicht für mich. 
Aber es in der ersten Zeit, nach der Entscheidung, es ständig auch im Alltag zu tragen und überall damit hinzugehen und so zu sein, wie ich sein will und wie ich bin, das hat mich zuerst schon viel Mut und Überwindung gekostet - auch weil ich wußte, dass es nun ernst ist und ich jetzt keine andere Wahl mehr habe als es zu tragen. 
Aber es hat sich gelohnt, diesen Mut zu haben, denn die Leute reagierten bei weitem nicht so, wie ich es befürchtet habe: den meiste ist es eigentlich ziemlich egal, ob ich nun ein Kopftuch trage oder nicht, solange ich nur nett, freundlich, höflich und zuvorkommend zu Ihnen bin und sie gut behandel. 
Den meisten ist es wohl auch egal, ob ich nun Muslima oder Christin bin - nur dass ich Deutsche bin, sorgt manchmal für leichte Überraschung und Verwunderung, mehr aber auch nicht.
Mittlerweile ist es absolut normal für mich, ein Kopftuch zu tragen, wenn ich aus dem Haus gehe, es ist etwas ganz alltägliches für mich geworden und es gehört nun einfach zu mir. Auch wenn es in einigen Situationen immer noch Mut braucht ein Kopftuch zu tragen.
Ich mache mir mittlerweile auch keine Gedanken mehr darüber, was andere davon halten oder was sie darüber denken - oder was sie vielleicht von mir denken mögen.  
Ich bin so wie ich bin und ich bin so, wie ich sein will - Ich habe also durchaus den Mut "Ich selbst zu sein". 
Und da bin ich natürlich stolz drauf. Nicht unbedingt darauf, dass ich nun Kopftuchträgerin bin und mich für das Kopftuch entschieden habe, aber durchaus darauf, dass ich den Mut hatte, mir den Wunsch zu erfüllen, ständig ein Kopftuch zu tragen und endlich so zu sein, wie ich sein will und das zu machen, was ich machen will, eben einfach, ich selbst zu sein, mit allen Konsequenzen.

Ich definiere mich zwar oft als "Kopftuchträgerin" (oder eben als "Kopftuchmädchen") aber ich finde das in Ordnung, denn ich bin ja auch eine Kopftuchträgerin und trage es die meiste Zeit des Tages - auch oft Zuhause, weil ich es eben gerne trage und mich wohl damit fühle - ohne Kopftuch fühle ich mich eben nicht "komplett angezogen". Es sieht weiblich, chic und elegant aus und das mag ich halt - auch Zuhause. Dass ich ein Kopftuch trage ist eben das offensichtlichste an mir - man sieht halt, dass ich eine Kopftuchträgerin bin, also bezeichne ich mich auch gerne als solche und finde nichts "falsches" daran. Zumal ich in gewisser Weise ja auch stolz darauf bin, dass ich eine Kopftuchträgerin bin, weil es ja irgendwie schon etwas besonderes für mich ist und weil das Kopftuch, dass ich trage, auch eine besondere Bedeutung für mich hat.
   
Sicher scheint es so, dass ich mich "nur" über das Kopftuch definiere, wenn ich mich des öfteren als Kopftuchträgerin bezeichne - was zu einem gewissen Teil ja auch stimmt, denn es ist ja mittlerweile ein integraler Bestandteil meiner Identität und meiner Persönlichkeit - es gehört halt zu mir als Person und Frau dazu und dem muss ich ja schon irgendwie Rechnung tragen - also warum sollte ich mich nicht als Kopftuchträgerin definieren oder als solche bezeichnen?!

Natürliche sehe ich mich auch noch, nach wie vor, "als Frau, die eben diesen (vielleicht etwas exotischen) Kleidungsstil aus verschiedenen Gründen mag". 
Und ich mag diesen doch eher konservativen Kleidungsstil wirklich sehr gerne, der, wenn man mal vom Kopftuch absieht, auch als "bescheidene Mode" oder "Modest-Fashion" bezeichnet wird und sich bestimmten Werten und Tugenden, wie Anständigkeit, Sittsamkeit, Züchtigkeit, Schamhaftigkeit, Bescheidenheit, Anspruchslosigkeit und Unauffälligkeit verpflichtet fühlt und der die Keuschheit und Würde der Frau in der Öffentlichkeit schützt und bewahrt, weil dies Kleidung eben dezent und unauffällig ist und dadurch die Attraktivität der Trägerin nicht zu sehr betont. 
Solch ein Kleidungsstil ist ja auch im Christentum und Judentum durchaus erwünscht - nicht nur im Islam - und für mich gehört das Kopftuch, welches ja auch im Christentum eine gewisse Rolle spielt (oder mal gespielt hat), einfach dazu - als i-Tüpfelchen sozusagen. Es rundet das Outfit und seine Gründe, Hintergründe und Funktion einfach ab. Und es ist ebenfalls in allen drei Religionen in unterschiedlichen Formen bekannt - hat aber durchaus in jeder mittlerweile einen anderen Stellenwert und einen unterschiedlichen Grad der Verbreitung und "Beliebtheit".

Und darüber hinaus bin ich mir natürlich auch darüber bewußt, dass ich eine Frau bin, die noch viele andere Interessen und Qualitäten als das Kopftuch hat - aber das Kopftuch ist nun mal ein zentraler Bestandteil meiner Identität und meiner Persönlichkeit über den vieles zusammen läuft und über den sich vieles von meinem Verhalten, meiner Persönlichkeit und meiner Lebensweise erklären läßt.
Deswegen ist es auch vollkommen in Ordnung für mich, wenn ich mich über das Kopftuch definiere und mich selbst als "Kopftuchträgerin" definiere und bezeichne.
Das wertet mich nicht auf oder ab, stellt aber eine besondere Eigenschaft von mir heraus, über die ich mich definiere und der ich mich verpflichtet fühle.
Und andere sehen mich ja auch in erster Linie erstmal als Kopftuchträgerin und dann als Frau, wenn sie mich sehen, was ja nichts schlechtes ist, sondern in den meisten Fällen ist es ja eher eine neutrale Zustandsbeschreibung meines äußeren Erscheinungsbildes, da das Kopftuch ja ganz offensichtlich ist. Kopftuch + Frau = Kopftuchträgerin. 
Und wenn ich sage, dass ich eine Kopftuchträgerin bin, da weiß jeder gleich Bescheid, was mit mir los ist und jeder kann sich etwas darunter vorstellen - nämlich, dass ich eine Frau bin, die ein Kopftuch trägt. Im richtigen Zusammenhang zieht das natürlich noch weitere Regeln, Vorschriften, Verhaltensweisen und Verhaltensregeln oder Einschränkungen nach sich und das mache ich damit, dass ich sage, dass ich eine Kopftuchträgerin bin, auch gleich deutlich.
Nichts weiter.

Also alles gut, messen Sie dem nicht zu viel Bedeutung zu, dass ich mich als Kopftuchträgerin definiere, denn ich bin nun mal eine Kopftuchträgerin. Oder eben ein Kopftuchmädchen, wenn Ihnen das lieber ist. Ich finde beides schön und es ist gut so, wie es ist.

Donnerstag, 8. August 2019

[YouTube-Video] Fashion und Kopftuch? – Unterwegs mit Hijabistas || PULS Reportage




Fashion und Kopftuch? Für viele immer noch zwei Begriffe, die nicht zusammenpassen. Begriffe, die häufiger genannt werden, sind: unterdrückt, rückständig und altmodisch. Die Hijabistas in dieser PULS Reportage mit Ariane Alter sind genau das Gegenteil: selbstbestimmt, modern und stylisch.

Der individuelle Style der Hijabistas spielt eine große Rolle für die Designer der islamischen Mode. Es geht darum, bedeckt, aber gleichzeitig elegant zu sein. Hijabistas sind in Ländern wie Amerika, England oder Frankreich bereits bekannt. In Deutschland steht Fashion mit Kopftuch dagegen noch in den Startlöchern.


Ariane Alter besucht für diese PULS Reportage eine der wenigen Designerinnen für Hijab -Mode in Deutschland und bekommt einen kleinen Einblick in die Welt der Hijabistas. Für Ariane Alter ist die Kopftuch Fashion etwas Neues. Bei einem Shooting darf sie selbst die neusten Designs tragen und lernt die Mode für muslimische Frauen besser kennen. Auch den ersten Mode- und Lifestyle Blog für Musliminnen in Deutschland lernt Ariane kennen und zieht ein Resümee.

Montag, 10. Juni 2019

Wie soll es hier nur weitergehen? Was meint ihr?

Was soll ich bloß schreiben, was wollt ihr lesen, was interessiert Euch?

Das und ähnliches denke ich immer wieder, wenn es um meinen Blog geht oder wenn es darum geht in meinem Blog was zu schreiben. Ich überlege dann immer, was ich denn mal machen könnte, denn es gibt so viele Themen, zu denen ich was schreiben könnte und zu denen ich auch gerne was schreiben würde – und ich habe auch so viele Ideen, mit Sachen, zu denen ich mal was schreiben könnte, aber irgendwie kommt doch nie was dabei zustande – leider…
Manchmal überlege ich sogar, ob ich mit diesem Blog überhaupt noch weitermachen soll – aber eigentlich ist er mir auch zu wichtig um ihn aufzugeben. Aber die Themen, über die ich schreiben möchte, die sind für mich mittlerweile so alltäglich geworden, dass ich eigentlich gar nicht das Bedürfnis habe, darüber zu schreiben – auch wenn ich es gerne möchte, weil es mir eigentlich auf der Seele brennt. 


(Weiter unten eine kleine Auswahl an Themen, über die ich vielleicht schreiben könnte oder schon mal schreiben wollte, mich aber nicht getraut habe - oder so)


Ich finde es z.B. immer total traurig, wie das Kopftuch und Kopftuchträgerinnen in der Öffentlichkeit so schlecht gemacht werden, indem Vorurteile verbreitet werden, die so einfach nicht stimmen und für mich und andere Kopftuchträgerinnen, die ich kenne (auch Musliminnen) so gar nicht zutreffen – so werde ich und meine Freundinnen mit Kopftuch z.B. nicht dazu gezwungen, ein Kopftuch zu tragen – ich und meine Freundinnen tragen es freiwillig, weil wir es tragen wollen. Ich (und meine Freundinnen) fühle mich auch nicht unterdrückt, nur weil ich ein Kopftuch trage – im Gegenteil, ich fühle mich damit oft sogar freier, als viele junge Damen in ihren engen und knappen fummeln – das sieht immer so gezwungen und künstlich hübsch-sexy aus – den Herren fallen dabei fast die Augen aus dem Kopf, weil sie gar nicht anders können, als hinzuschauen – und was ist mit den Damen? Die fühlen sich davon genervt und gestört, sei es weil nicht die richtigen gucken oder weil die Männer überhaupt gucken – nur warum muss man dann so aufreizend rum rennen? Entweder macht man das voller Überzeugung und freut sich über jeden, dem Mann den Kopf verdreht und der einem Bestätigung gibt oder frau lässt es halt sein. 


Das sind zum Glück Probleme, die ich dank Kopftuch und bescheidener Kleidung nicht habe, ich werde in Ruhe gelassen, nicht mit Blicken belästigt und werde auch kaum beachtet und ich bin auch ganz froh darüber, dass ich meinen Alltag bewältigen kann, ohne dass mein Aussehen, meine Weiblichkeit oder die weiblichen Reize meines Körpers für irgendwen eine Rolle spielen. 

Dafür gibt es dann natürlich wieder die, die sich daran stören, dass ich ein Kopftuch trage, was doch eigentlich meine Sache ist. Es ist doch letzten Endes nur ein Stück Stoff – ein Kleidungsstück, wie alles andere, was ich trage, auch nur Kleidung ist – nur dass ich mich im Gegensatz zu anderen eben dazu entschieden habe, auch meinen Kopf bekleiden zu wollen. Es tut keinem weh, wenn ich meinen Kopf und meine Haare bedecke und mich anständig, sittsam und zurückhaltend kleide – mir am allerwenigsten, denn ich weiß, dass es mir gut tut und ich fühle mich wohl dabei.
Sicher hat das Kopftuch eine Besondere Bedeutung für mich – eigentlich sogar mehrere – und ich habe meine Gründe und Hintergründe dafür ein Kopftuch zu tragen, aber die sind in erster Linie meine ganz persönliche Sache, die ich nicht an die große Glocke hänge und für die ich auch keine Werbung machen will – wenn ich mit dem Kopftuch unterwegs bin, dann bin ich einfach nur eine Frau mit Kopftuch, ein Kopftuchmädchen oder eine Kopftuchträgerin, aber ich will meiner Umwelt damit keine bestimmte Message rüberbringen oder eine bestimmte Botschaft verkünden, es ist einfach nur ein Kopftuch und ich möchte in Ruhe gelassen und nicht belästigt werden – nicht mehr und nicht weniger.
Ein besonderes Symbol oder Zeichen ist es nur für mich selbst, denn ich zeige damit, dass ich ein spiritueller Mensch bin, dass ich an Gott glaube, dass ich mich an Gottes Regeln und Gebote halte und dass ich mich Gott und seinen Regeln unterordne – ich zeige mit dem Kopftuch meine Demut vor Gott, meinen Respekt, meine Ehrfurcht, meine Hingabe und meine Liebe zu Gott – aber das mache und trage ich in erster Linie für Gott und möchte ihm das alles zeigen – nicht den anderen, fremden Leuten in der Öffentlichkeit auf den Straßen, die es zwar auch sehen, für die es aber nur ein gewöhnliches Kopftuch sein und bleiben soll – ohne eine spezielle Botschaft. 

Das einzige, was andere daraus gerne schließen dürfen ist, das ich fromm und gläubig bin und an Gott glaube und deswegen einen anständigen Lebenswandel vorziehe und deswegen auch kein Interesse an Unsittlichkeiten oder sündigen Verhalten habe. 

Wenn es eine Message gibt, dann die, dass ich eine anständige Frau bin und nicht wegen meinem Aussehen belästigt werden und in Ruhe gelassen werden möchte – ist das in unser sexualisierten Gesellschaft mittlerweile so verkehrt, wenn eine Frau das mit ihrer Kleidung signalisiert?! 

Und natürlich soll das im Umkehrschluss nicht heißen, dass nun alle Frauen, die kein Kopftuch tragen unanständig und unsittlich sind und belästigt werden dürfen. Frauen ohne Kopftuch können genauso ehrbar und anständig sein, wie Frauen mit Kopftuch.

Also wegen mir und meinetwegen muss keine Frau ein Kopftuch tragen, dass muss jede für sich selbst entscheiden – genauso, wie ich mich eben dafür entschieden habe ein Kopftuch zu tragen, aber das war eben meine eigene und ganz persönliche Entscheidung. Ich achte und respektiere alle Frauen, ganz egal, ob sie nun ein Kopftuch tragen oder nicht.

In der christlichen Tradition steht das Kopftuch auch dafür, dass eine Frau, die es trägt sich in der Ehe / Partnerschaft unterordnet und den Partner in der Beziehung und über sich selbst herrschen lässt und dem anderen untertan ist. Genau danach lebe und handel ich auch, selbst wenn ich mit einer Frau zusammen bin – meine Partnerin und Ehefrau hat das Sagen in unserer Beziehung und ich ordne mich ihr unter, ich lasse sie entscheiden und herrschen und bin ihr untertan und treue Dienerin. Ich sage gern: „Meine Ehefrau ist meine Königin, Herrscherin und Herrin – und ich bin ihre Prinzessin, Untertanin und Dienerin.“ Und das trifft es doch für uns beide ganz gut und ich möchte es auch gar nicht anders haben wollen, da ich eher eine devote und unterwürfige Persönlichkeit bin, da passt diese Rollenverteilung für mich ganz gut, da ich so meine Persönlichkeit auch ausleben kann – das ist ebenfalls etwas, was das Kopftuch für mich persönlich symbolisiert – aber es ist halt auch nichts, was ich in der Öffentlichkeit verkünden oder an die große Glocke hängen muss. 

Es reicht, dass ich und meine Frau wissen, dass das Kopftuch eben auch dafür steht. 
Es in der Partnerschaft für den Partner zu tragen, hat für mich auch viel mit Demut, Hingabe, Liebe und Respekt dem anderen gegenüber zu tun, denn ich zeige ihr damit, dass ich kein Interesse an anderen habe und dass ich in der Öffentlichkeit nicht für andere attraktiv sein muss und will – und dass ich kein Interesse daran habe, die Aufmerksamkeit von anderen durch mein Aussehen auf mich zu ziehen – ich ohne mein Kopftuch, das ist etwas, was ich nur Zuhause im privaten mit ihr teilen will.
Und auch wenn ich mich in meiner Partnerschaft meiner Ehefrau unterordne und sie machen lasse, so werde ich doch nicht von ihr unterdrückt, denn sie findet diese Unterordnung, als eher dominante Person, zwar gut, aber sie erwartet diese Unterordnung in der Partnerschaft nicht von mir und sie erzwingt sie auch nicht, dass ich mich ihr unterordne und ihr untertan bin, dass ist etwas, was ich von mir aus mache und was ich freiwillig mache, ihr zuliebe und weil ich es so will – ich unterdrücke mich also nur selbst.

Naja, das sind halt alles so Sachen, über die ich mir Gedanken mache und ich hätte so viele Ideen für Blogeinträge, weiß aber oft nicht wie und ob ich sie überhaupt umsetzen kann - insbesondere auch, weil ich eine Kopftuchträgerin bin.
Beispiele gefällig?

  • Der Bericht meiner Frau über „ihr Jahr mit Kopftuch“ steht immer noch aus (liegt an ihr, sie kommt nicht dazu mal was darüber zu schreiben)
  • Das Kopftuch im allgemeinen (na klar, mein Lieblingsthema)
  • Muss ich ein Kopftuch tragen – und wenn ja Warum. Bedeutung und Hintergründe des Kopftuchs für mich selbst.
  • Warum ich ein Kopftuch trage
  • Bescheidene Kleidung, Modest-Fashion, Muslim-Fashion, Muslima-Mode, Kopftuchmode
  • Gründe, Hintergründe und Bedeutung des Kopftuches im Islam und Christentum
  • Können oder sollten Christinnen ein Kopftuch tragen und wenn ja, Warum.
  • Christlicher Glaube im allgemeinen / christlicher Glaube und Kopftuch tragen
  • Gebet: Wichtigkeit und Bedeutung für mich
  • Mein Alltag mit Kopftuch
  • Meine Freizeit mit Kopftuch – und Zuhause auch mal ohne Kopftuch
  • Bedeutung des Kopftuches für die Frau
  • Auswirkung und Wirkung des Kopftuchs auf die Trägerin
  • Kopftuch im Sommer
  • Vorurteile über das Kopftuch und die Realität dazu
  • Vor- und Nachteile des Kopftuchs
  • Anständige und sittsame (züchtige) Kleidung bei Christinnen
  • Strumpfhosen zum Rock – auch zu langen – da nackte Beine als unanständig gelten
  • Warum ich selbst so gerne Strumpfhosen trage.
  • Weibliche Kleidung, wie Röcke und Kleider und wie wichtig es ist, sich als Frau so zu kleiden
  • Jeans und Hosen und warum frau sie nicht tragen sollte
  • Lesbische Liebe
  • Leben in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung
  • Lesbisch sein, bzw. in einer lesbischen Beziehung leben und Kopftuch tragen
  • Meine lesbischen Partnerschaft mit meiner Partnerin
  • Meine Beziehung und Partnerschaft
  • Wie es ist als bisexuelle Frau (die auch auf Männer steht) mit einer Frau verheiratet zu sein und so als Lesbe zu gelten
  • Bin ich lesbisch – oder immer noch bisexuell? Kann man sich das aussuchen wenn man bi ist?
  • Liebesleben als lesbische Frau (auch in Bezug auf Hilfsmittel und Spielzeug)
  • lesbische Beziehung, Kopftuch und christlicher Glauben – wie ist das vereinbar
  • Lesbisches Liebesleben und Liebesspiel – was ist erlaubt und was tabu, wenn man eine gläubige Kopftuchträgerin ist
  • Meine Leidenschaft für Fesselspiele
  • Fesseln zur Entspannung (ohne sexuelle Hintergründe)

Naja, diese und weitere Themen habe ich oft im Kopf, wenn es um meinen Blog geht – allerdings habe ich bei vielen Themen auch oft im Hinterkopf, ob ich darüber denn überhaupt schreiben kann und sollte. Kann ich als Kopftuchträgerin über lesbische Liebe schreiben? Kann ich als Kopftuchträgerin über sexuelle und erotische Themen schreiben? Kann ich als (christliche) Kopftuchträgerin über den christlichen Glauben schreiben?
Nimmt man es mir eigentlich übel, dass ich als Deutsche und Christin ein Kopftuch trage? Nimmt man es mir eigentlich übel, dass ich als Kopftuchträgerin in einer lesbischen Beziehung lebe und mit einer Frau verheiratet bin? 


Das sind halt alles so Überlegungen, die ich mir oft mache, wenn ich was schreiben will – und die mich dabei meist blockieren. Ich bin nun mal so wie ich bin und habe mich zu dem entwickelt, was ich jetzt bin. Das finde ich gut so und da bin ich stolz drauf. Im Freundes- und Bekanntenkreis werde ich so respektiert und akzeptiert, wie ich bin: mit Kopftuch, als gläubige Christin und in einer lesbischen Partnerschaft lebend. Aber wie sieht das im Internet aus? Wenn ich da mal so einige Kommentare lese,… Sicher, eigentlich könnte mir das egal sein und was soll schon passieren?


Aus christlicher Sicht ist es wohl egal, ob ich ein Kopftuch trage oder nicht – Deutsche sehen das im allgemeinen sicherlich anders, insbesondere, da ich noch nicht mal eine Muslima bin. Dass ich als Christin ein Kopftuch trage, dass sehen Muslime insbesondere Musliminnen eher entspannt und freuen sich oft sogar darüber, dass ich dass für mich entdeckt habe und es trage. Natürlich gibt es auch Muslime, die es nicht gut finden, dass ich als Christin ein Kopftuch trage. Und dass ich als Kopftuchträgerin in einer gleichgeschlechtlichen, lesbischen Beziehung lebe, das wird sicherlich nicht gutgeheißen – auch wenn es oft heißt, dass es meine Sache ist und dass ich das schon selber wissen muss. Deutsche und Christen sehen das wiederum entspannter – allerdings habe ich auch schon Christen erlebt – meist eher konservative – die da total empört drauf reagieren.

Naja, mich bewegen halt mittlerweile bei vielen Themen die Fragen: Kann ich da als Kopftuchträgerin drüber schreiben? Kann ich da als gläubige Christin drüber schreiben? Wird man mir das übelnehmen? Das blockiert mich oft und ich kriege dann doch nichts zustande, geschweige denn dass ich überhaupt weiß, wo ich anfangen soll. Ich bin nun mal anders – Deutsche und gläubige Christin, die ohne eine Muslima zu sein ein Kopftuch trägt und in einer lesbischen Beziehung lebt und mit einer Frau verheiratet ist. Ich lebe so wie ich das will und wie ich es für richtig halte und mache was mir gefällt, aber das ist halt schon sehr individuell – und bietet auch viele Angriffsflächen.
Was meint ihr? Sind meine Bedenken berechtigt oder unbegründet? Kann ich über alles schreiben, worüber ich schreiben will, oder sollte ich von einigen Sachen als Kopftuchträgerin lieber die Finger lassen?! Was würde Euch interessieren? Was wollt ihr lesen? Worüber soll ich schreiben? Was würde Euch interessieren?

Habt ihr vielleicht noch irgendwelche Vorschläge oder Wünsche, worüber ich mal schreiben oder berichten könnte? Vielleicht noch irgendwelche Themen, die zwar im Zusammenhang mit meinen Themen stehen, die ich aber vielleicht nicht so auf dem Schirm habe? Wäre echt dankbar für neue Ideen oder Vorschläge für Themen die Euch interessieren würden.

Schreibt doch einfach was in den Kommentaren dazu.

Dienstag, 5. Juni 2018

Zwischenbericht vom Selbstversuch meiner Frau als Kopftuchträgerin

Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Kopftuch-Selbstversuch: Meine Frau trägt die nächste Zeit ein Kopftuch" hinterlassen:
Die drei Monate sind ja nun schon mehr als abgelaufen - wie kam denn Deine Frau zurecht und trägt sie das Tuch immer noch oder hat sie aufgegeben?
Von Anonym am Donnerstag, 17. Mai 2018 um 16:18:00 MESZ unter Amirah's Welt eingestellt.

Auf Grund der Nachfrage zu meinem letzten Blogeintrag “Kopftuch-Selbstversuch: Meine Ehefrau wird die nächsten Monate selbst ein Kopftuch tragen!” will ich mal kurz berichten, wie dieser Selbstversuch mit dem Kopftuch tragen bei meiner Ehefrau gelaufen ist bzw. noch läuft, denn sie trägt ja immer noch ein Kopftuch - auch wenn die drei Monate nun schon längst abgelaufen sind.

Ich habe sie zwar schon mehrfach darum gebeten, doch mal etwas zu ihren Eindrücken und Erfahrungen mit dem Kopftuch aufzuschreiben und mal aus ihrer Sicht zu beschreiben, wie sie das Kopftuch tragen selbst erlebt und wie sie sich dabei fühlt.

Ich finde das immer etwas blöd, das selbst, aus meiner Sicht, zu erzählen - auch wenn sie mir das ja alles erzählt, weil wir sehr oft darüber reden.

Aber die Madame kommt ja einfach nicht dazu und wenn sie sich dann doch mal die Zeit nimmt, dann kommt dabei auch nichts vernünftiges raus.

Außerdem meint sie, daß sie dadurch, daß sie das Kopftuch nun doch bedeutend länger als “nur” drei Monate tragen will, noch gar nichts konkretes dazu sagen kann, weil sie noch gar nicht am Ende ihre Weges und ihres Selbsterfahrungs-Experiments angelangt ist.

Ich wollte eigentlich auch selbst schon längst mal was dazu schreiben, bin aber bisher leider noch nicht dazu gekommen, da ich auch viel anderes zu tun hatte in der letzten Zeit.

Also, jetzt mal zu der bzw. den Fragen:

- Die drei Monate sind ja nun schon mehr als abgelaufen…?!
- Wie kam denn Deine Frau zurecht?
- Trägt sie das Kopftuch immer noch oder hat sie aufgegeben?

Ja das stimmt wohl - die drei Monate sind jetzt schon mehr als abgelaufen, genau gesagt um 2 Monate, denn wir sind ja nun schon im 6. Monat.

Allerdings trägt sie das Kopftuch ja auch immer noch. An das Kopftuch tragen an sich, hatte sie sich ja recht schnell gewöhnt. Und es war auch recht schnell eine gewisse Normalität und Routine eingekehrt. Selbst das morgens und nachmittags umziehen auf der Arbeit hat sie ganz souverän gemeistert und hatte schnell gelöst, wie sie das am besten bewerkstelligen kann. Denn dadurch, daß sie es auf der Arbeit nicht tragen kann und es deshalb dort auch nicht trägt und es tagsüber nicht tragen muss, wollte sie es zumindest auf dem Arbeitsweg tragen, zumal sie da ja auch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, wenn sie mit Öffis fährt.

Und dazu muss sie dann halt auf der Arbeit das Kopftuch ablegen und den langen Rock gegen einen Knielangen Rock tauschen und sich dann nach Feierabend auch wieder umziehen und das Kopftuch wieder anlegen. Dafür hat sich schnell ein leerstehendes Büro gefunden, was auch andere Kolleginnen oft zum Umziehen vor oder nach der Arbeit nutzen und was man zu diesem Zweck bisher auch leerstehen lassen hat, als Allzweckraum sozusagen. Irgendwer hat auch schon mal einen Spiegel mitgebracht, so daß sie sich da auch das Kopftuch wieder ummachen kann. Außerdem fährt sie jetzt früher zur Arbeit, damit sie sich in Ruhe umziehen kann.

Bei meiner Ehefrau auf der Arbeit wissen all ihre Kolleginnen - und auch ihre Vorgesetzte - daß sie lesbisch ist, sie wissen auch, daß sie mit einer Frau verheiratet ist - und daß ihre Ehefrau eine (christliche) Kopftuchträgerin ist. Die meisten Kolleginnen von ihr kennen mich, sei es, weil sie schon mal bei uns Zuhause zu Besuch waren oder weil ich meine Frau Nicole schon mal auf der Arbeit besucht oder von der Arbeit abgeholt habe. Sie haben kein Problem damit, daß ich ein Kopftuch trage - auch wenn es einige wohl merkwürdig oder seltsam finden - sie haben auch kein Problem damit, daß meine Frau es im Moment trägt, was auch daran liegt, daß sie das Kopftuch nicht auf der Arbeit, sondern nur in ihrer Freizeit trägt, was ja ihre Sache und ihr Privatvergnügen ist - auch wenn meine Frau sich dafür auf der Arbeit umziehen muss. Es ist okay für sie, daß meine Frau mit Kopftuch zur Arbeit kommt und mit Kopftuch wieder geht. Ihre Kolleginnen finden es gut, daß sie das macht, um herauszufinden, wie es sich für mich anfühlt, permanent ein Kopftuch zu tragen und wie es mir dabei geht, wenn ich es ständig trage. Eine Kollegin, die auch privat mit uns befreundet ist, meinte, es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Nicole selbst ein Kopftuch trägt oder es zumindest mal für eine gewisse Zeit selbst ausprobieren würde.

Meine Ehefrau hat aber andererseits auch ein Problem damit, daß sie das Kopftuch nicht auf der Arbeit tragen kann, insbesondere Montags, wenn sie es vorher am Wochenende die ganze Zeit über getragen hat, fällt es ihr besonders schwer, es morgens auf der Arbeit abzulegen, um dann den ganzen Tag auf der Arbeit ohne Kopftuch herumzulaufen.

Aber ansonsten bereitet es ihr eigentlich keine Probleme auf der Arbeit kein Kopftuch zu tragen. Sie findet das sogar ganz gut, denn sie meint das erdet sie und holt sie immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, weil es ihr immer wieder vor Augen führt, daß sie keine “richtige” Kopftuchträgerin ist und das nur für etwas länger ausprobiert. Von daher findet sie es gut, daß sie zumindest auf der Arbeit kein Kopftuch trägt und sich”normal” kleidet.

Aber andererseits verhindert diese Kopftuch-Pause auf der Arbeit auch, daß sie sich als Kopftuchträgerin, die es ständig ein Kopftuch trägt und es ständig tragen muss, fühlen kann - das findet sie Schade, denn das wollte sie ja eigentlich mal selbst spüren und erleben, was so natürlich nicht möglich ist. So richtig als Kopftuchträgerin kann sie sich eigentlich nur an den Wochenenden fühlen, wenn sie es tatsächlich immer und ständig tragen kann.

Aber das könnte sich jetzt ändern, denn meine Frau hat jetzt überraschenderweise die Möglichkeit bekommen, es auch auf der Arbeit tragen zu können. Eine Stelle im Innendienst war neu zu besetzen - ein reiner Bürojob, ohne Kontakt zu Kunden oder Geschäftspartnern. Und die Chefin meiner Frau wollte mal ausprobieren, ob man solch eine Stelle nicht auch mit einer Frau besetzen kann, die ein Kopftuch trägt, denn wenn das im Arbeitsalltag keine Probleme gibt, könnte sie auch Kopftuchträgerinnen eine Chance geben. (Finde ich gut.) Und da meine Frau die nötigen Qualifikationen für diese Stelle ja sowieso hat und nicht extra angelernt werden müßte und im Moment sowieso Kopftuchträgerin im Selbstversuch ist, hat ihre Chefin sie gefragt, ob sie das nicht befristet für 3 Monaten machen möchte, dann könnte sie das Kopftuch auch während der Arbeit tragen und man könnte gemeinsam sehen, wie das ankommt und was sich dabei für Probleme ergeben. Die Chefin meiner Frau meinte, daß sie das schon länger mal testen wollte, aber das halt am liebsten erstmal mit einer Mitarbeiterin ausprobieren würde, bevor sie jemanden einstellt und es dann doch nicht klappt. Allerdings könnte sie schlecht eine der Kolleginnen dazu verdonnern, für 3 Monate bei der Arbeit ein Kopftuch zu tragen, weil sie was ausprobieren will - und freiwillige würde sie dafür wohl auch kaum finden. Da wäre es schon ein “Glücksfall”, daß meine Frau im Moment diesen Selbstversuch macht - ob sie sich das denn vorstellen könnte das zu machen?! Bei Bedarf könnte der Versuch auch noch um ein oder zwei Monate verlängert werden oder sie könnte, wenn sie ihren Job gut macht, mit Kopftuch weitermachen, bis die Stelle wieder neu besetzt wird - wenn sie das denn möchte.

Meine Frau mußte da gar nicht lange überlegen und hat zugestimmt. Es hat auch schon eine Besprechung gegeben, wo die anderen Kolleginnen meiner Frau von den Plänen unterrichtet und darum gebeten wurden, sie dabei zu unterstützen.

Diesen Monat soll es losgehen und meine ist schon wahnsinnig aufgeregt, weil sie das Kopftuch dann auch während der Arbeit tragen kann und sie es dann im Rahmen ihres Selbstversuchs wirklich ständig, immer und überall tragen kann, wie sie es sich eigentlich gewünscht hat. Jetzt kann sie wirklich auch im Alltag erfahren, erleben und spüren, wie es ist ständig ein Kopftuch zu tragen. Das freut mich natürlich für sie.

Schwieriger war es für sie, das Kopftuchtragen als eine  Verpflichtung und als ein MUSS für sich selbst anzusehen. Und obwohl ich sie zum Kopftuchtragen verpflichtet habe und ihr das Versprechen abgenommen habe das Kopftuch 3 Monatelang ständig zu tragen, hat sie das nicht als Pflicht, Verpflichtung oder gar als ein Muss angesehen. Ich weiß aus Erfahrung, daß es selbst mit einer sehr ernsthaften Einstellung zum Kopftuchtragen und vielen guten Gründen dafür eine Weile braucht, bis man sich da gedanklich soweit “hineingesteigert” hat, daß man das Kopftuchtragen als eine persönliche Pflicht und Verpflichtung ansieht und sich dazu verpflichtet fühlt es zu tragen. Wenn man nicht dazu gezwungen wird, dann “muss” man es eigentlich nur aus eigenem Antrieb tragen. Das man ständig ein Kopftuch tragen muss - ohne wenn und aber - und auch gar keine andere Wahl mehr hat als es zu tragen, selbst wenn man mal keine Lust drauf hat - das kann im Prinzip eigentlich nur von einem Selbst ausgehen, man muss da doch sehr an seiner Einstellung zum Kopftuchtragen arbeiten und muss sich das auch selbst ein wenig einreden und sich da selbst quasi hineinsteigern, bis man das Kopftuchtragen als ein unbedingtes muss für sich selbst ansieht, weil man sich nicht zuletzt auch aus vielerlei Gründen dazu verpflichtet fühlt.

Es dauert schon eine Weile, bis man sagen kann, daß man das Kopftuch ständig tragen muss - und da auch selbst dran glaubt. Zumindest wenn man es freiwillig trägt und sich aus freien Stücken dazu entschieden hat, ein Kopftuch zu tragen und von niemandem dazu gezwungen wird. Da baut sich dann dieser Selbstzwang durch die eigene Einstellung dazu irgendwie ganz von alleine auf, denn man möchte das Kopftuch ja tragen, möchte dazu verpflichtet sein oder sich zumindest dazu verpflichtet fühlen und will es letztendlich auch tragen müssen. Und das muss sich halt im Laufe der Zeit selbst einreden, an seiner Einstellung dazu arbeiten und sich da förmlich hinein steigern, damit man da selbst auch dran glaubt und die Vorstellung hat, daß man das Kopftuch tragen muss.

Das hört sich jetzt etwas krass und seltsam an, aber in Wirklichkeit ist das ja ein schleichender Prozess, der über Wochen, Monate und Jahre geht und den man letzten Endes ja auch freiwillig vollzieht und daran arbeitet, weil man das Kopftuch ja tragen will und es auch gerne trägt. Würde man sich nicht einreden, daß man dazu verpflichtet ist und es tragen muss, würde man das mit dem Kopftuch vermutlich viel lockerer handhaben, es nur tragen, wenn Bock dazu hat oder früher oder später ganz damit aufhören. Was man ja im Prinzip nicht will - wenn man sich für das Kopftuchtragen entschieden hat, dann will man es ja ständig, immer und überall tragen und auch tragen müssen. Das gehört ja auch dazu, wenn man sich für das Kopftuch entscheidet, aber muß da halt an seiner eigenen Einstellung arbeiten, damit man dieser Entscheidung auch treu bleiben kann und sie weiterhin ernst nimmt.

Ein ziemlich umfassendes Thema, und ein langer Prozess, wozu ich noch viel mehr schreiben könnte. Etwas, was meine Frau nicht innerhalb weniger Wochen hinbekommt, wobei das auch nicht unbedingt wünschenswert war, da sie es ja nicht für immer tragen will und es auch irgendwann wieder ablegen will. Aber dennoch wollte sie halt einmal erleben und spüren, wie es ist ein Kopftuch tragen zu müssen. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, daß ich ihr das Kopftuchtragen von ihr verlangen und sie dazu verpflichten soll es zu tragen und ihr auch das Versprechen abnehmen es zu tragen, damit sie sich auch dazu verpflichtet fühlt es zu tragen. Wir haben vereinbart, daß ich einen gewissen Zwang in Bezug auf das Kopftuch auf sie ausüben darf, damit sie trotzdem ein Gefühl davon hat, es tragen zu müssen - und nur ich kann die Verpflichtung zum Kopftuchtragen, vor Ablauf der Zeit, aufheben und sie von dem Versprechen wieder entbinden ein Kopftuch zu tragen. Außerdem haben wir Bußgeld-Zahlungen vereinbart, falls sie das Kopftuch mal eigenmächtig nicht tragen sollte (die Idee meiner Frau), denn wenn sie weiß, daß sie 50,-€ oder 100,-€ Strafe an mich zahlen muss, wenn sie mal keinen Bock drauf und einfach ohne Kopftuch aus dem Haus geht, dann würde sie es sich sicher zweimal überlegen, ob sie es nicht doch trägt.

Und ja, das hört sich jetzt etwas krass und fies an - insbesondere, wenn man bedenkt, dass es tatsächlich Länder gibt, wo Frauen dafür bestraft werden, wenn sie kein Kopftuch tragen. Aber das ist eine persönliche Sache zwischen uns und es war, wie gesagt, ja auch die Idee meiner Frau, sie will das Kopftuch ja die ganze Zeit tragen, zumal sie es ja auch versprochen hat - die drohende Strafzahlung, wenn sie es nicht tragen sollte, soll ja eher eine abschreckende haben und den Druck auf sie, es auch wirklich zu tragen, noch etwas verstärken. Und auch ein wenig helfen das Gefühl zu erzeugen, das sie das Kopftuch tragen muss. Und es soll eben auch noch ein wenig die Ausweglosigkeit und das Gefühl, keine andere Wahl mehr zu haben, als ein Kopftuch zu tragen erhöhen. Nach dem Motto: “Ich muss ein Kopftuch tragen, sonst muss ich Strafe zahlen.”

Da sie das mit dem Kopftuchtragen ja durchziehen will, ist das eh irrelevant - sie musste bisher noch keine Strafe zahlen und ich brauche mir auch keine Hoffnung zu machen, dadurch reich zu werden. ;-)

Allerdings hat sich das Gefühl das Kopftuch auch wirklich tragen zu müssen erst so gegen Ende Februar bei ihr eingestellt, auch wenn sie sich schon früher an den Gedanken gewöhnt hatte und sich damit abgefunden hat, daß sie das Kopftuch nun ständig tragen muss unter allen Umständen, immer und überall. Aber das Gefühl es wirklich tragen zu müssen und keine andere Wahl und Möglichkeiten mehr zu haben (außer halt Zuhause zu bleiben) weil sie eben durch mich und das Versprechen, was sie mir gegeben hat dazu verpflichtet ist, das stellte sich bei ihr erst Ende Februar ein. Sie fand das faszinierend und reizvoll, allerdings war ihr die restliche Zeit jetzt zu kurz um dieses Gefühl und dieses Muss richtig zu erleben und spüren. Außerdem war ihr die verbleibende Zeit, nicht zuletzt auch dadurch, daß sie unter der Woche auf der Arbeit immer Kopftuchpause hatte, einfach zu kurz, um alles zu erfahren, zu erleben und zu spüren, was sie als Kopftuchträgerin erfahren, erleben und spüren wollte. Und so bat sie mich, das ganze auf ein halbes Jahr zu verlängern und Verpflichtung und Versprechen dementsprechend zu erneuern. Was wir dann auch gemacht haben.

Soweit so gut.

Nach Ostern kam sie dann an und wollte daß wir die Kopftuchsache auf ein ganzes Jahr verlängern. Sie hätte da lange drüber nachgedacht und wäre zu dem Schluss gekommen, dass es für sie und ihr Selbsterfahrungs-Experiment am besten wäre, wenn sie das Kopftuch das ganze Jahr über trägt, sie könnte sich da besser hinein fühlen, eine Kopftuchträgerin zu sein, wenn das Ende in weiter Ferne liegt und wenn sie möglichst lange trägt - und ein ganzes Jahr wäre dafür doch perfekt. Außerdem wäre sie jetzt in einem Alter, wo sie ruhig mal was neues wagen und ausprobieren kann - und warum dann nicht “Kopftuch tragen für ein Jahr”?! Sie legt mittlerweile sowieso keinen Wert mehr darauf, wie sie die Leute auf der Straße bzw. in der Öffentlichkeit sehen und fühle sich eigentlich ganz wohl damit, wenn sie eben nichts von ihrem Körper oder ihren weiblichen Reizen zu sehen bekommen. Ich habe ihrem Wunsch dann entsprochen und ihre Verpflichtung zum Kopftuchtragen bis zum Ende des Jahres verlängert und ihr auch das Versprechen es bis zum Ende des Jahres ernsthaft und gewissenhaft zu tragen erneut abgenommen. Ich habe sie aber auch darauf hingewiesen, daß ich es nicht mehr unterstützen werde, wenn sie vor Ende des Jahres mit dem Kopftuchtragen aufhören will und sie nun wirklich triftige Gründe braucht, damit ich sie aus ihrer Verpflichtung entlasse und sie von ihrem Versprechen entbinde. Was sie aber auch einsieht.

Und die Verlängerung auf das ganze Jahr war ja auch ganz gut, denn nach dem Angebot ihrer Chefin, bei dem Versuch mitzumachen, hätten wir uns eh Gedanken um eine Verlängerung machen müssen, da das über das halbe Jahr hinaus geht und die Möglichkeit, die Stelle mit Kopftuch auch über diese 3 Monate hinaus zu besetzen, ja auch im Raum steht.

Ich bin halt nur mal gespannt, wie es ihr ergeht, wenn sie das Kopftuch nun wirklich 3 Monate lang ständig und den ganzen Tag über tragen kann.

Hat sie irgendwann die Schnauze voll oder steigert das ihre Begeisterung für das Kopftuch nur noch, weil sie es nun so erleben kann, wie sie es wollte und wie es sein soll?! Ich bin da ja mal gespannt, auf jeden Fall kann sie sich in der Zeit als richtige Kopftuchträgerin fühlen und erleben und spüren, wie es so ist das Kopftuch auch im Alltag den ganzen Tag über permanent zu tragen und damit ständig rumzulaufen. Ich könnte mir vorstellen dass ihr das gefallen würde.

Sie hat schon durchblicken lassen, daß sie sich auch vorstellen könnte, daß Kopftuch länger als nur dieses Jahr zu tragen, vielleicht bis irgendwann ins nächste Jahr hinein oder auch vielleicht für zwei Jahre oder sogar die nächsten fünf Jahre, das würde sie interessant finden. Würde ich toll finden, sehe ich aber eher mit gemischten Gefühlen. Ich meinte, das sie das gerne machen kann, würde ich sie auf jeden Fall bei unterstützen, aber alles was über dieses eine Jahr hinausgeht, müsste sie auf ihre eigene Kappe nehmen - ich bin dann raus - sprich sie müsste es dann schon freiwillig und aus freien Stücken und nach ihren eignen Vorstellungen und Bedürfnissen tragen. Ich würde mich dann da nicht weiter einmischen und ihr auch keine Vorschriften machen, das wäre dann komplett ihr Ding. Ich würde ihr dann lediglich mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Geplant war ja eigentlich, daß sie sich durch den Selbstversuch, neben erleben und verstehen, auch ein wenig mehr an das Kopftuch tragen gewöhnt - und danach dann auch die Bereitschaft größer ist, es öfter mal zu tragen, wenn sie mit mir zusammen unterwegs ist oder auch wenn sie selbst mal Lust darauf hat.

Ansonsten kommt sie eigentlich sehr gut damit zurecht, ein Kopftuch zu tragen, sie hat sich da mittlerweile dran gewöhnt und es ist mittlerweile auch nichts neues oder ungewöhnliches mehr für sie. Es ist eine gewisse Normalität und Routine eingekehrt.

Sie kommt auch ganz gut damit zurecht, daß sie das Kopftuch mehr oder weniger tragen muss und daß es für sie auch eigentlich keine andere Alternative mehr gibt, als es zu tragen, wenn sie das Haus verläßt. Sie hat sich da mittlerweile mit abgefunden und sich auch daran gewöhnt und sie genießt es auch irgendwie, das Kopftuch tragen zu müssen, weil sie die Vorstellung, daß sie es tragen muss total reizvoll findet.

Sie meint, daß sie insbesondere dieses “müssen” fasziniert: es gibt keine andere Option mehr für sie, als ein Kopftuch zu tragen, wenn sie aus dem Haus geht - sie hat gar keine andere Wahl, als es zu tragen und das findet sie irgendwie sehr reizvoll.

Sie meint, daß sie zwar niemand dazu zwingt das Kopftuch zu tragen, aber sie hat trotzdem das Gefühl, daß sie es tragen muss und dazu verpflichtet ist es zu tragen.

Sie hat zwar keine Angst, daß ihr was passieren könnte, wenn sie es nicht trägt, aber ihre Verpflichtung dazu, es zu tragen, läßt ihr irgendwie gar keine andere Wahl, denn sie weiß ganz genau, dass sie sich schlecht fühlen und ein schlechtes Gewissen haben würde, wenn sie ohne Kopftuch rausgehen und somit gegen ihre Verpflichtung und ihr Versprechen verstoßen würde, weil es ja irgendwie Ehrensache ist, sich an sowas zu halten.

Aber sie meint, da sie es ja im Moment sowieso tragen will, ist das alles eigentlich nebensächlich, es ist halt nur ein zusätzlicher Push-Effekt es auch wirklich immer zu tragen, weil einem das Gefühl, dazu verpflichtet zu sein und ein Kopftuch tragen zu müssen, keine andere Wahl lässt und man das immer im Hinterkopf hat - auch an so Tagen, wo man nicht unbedingt Lust darauf hat, ein Kopftuch zu tragen, aber halt genau weiß, das man es dennoch tragen muß.

Für sie ist es ein ganz besonderes und faszinierendes Gefühl, denn einerseits fühlt sie sich schon auf eine gewisse Weise dazu “gezwungen” ein Kopftuch zu tragen, aber andererseits trägt sie es ja auch freiwillig, weil sie gerade ein Kopftuch tragen will - und sie weiß auch ganz genau, daß dieser sogenannte “Zwang” bzw. was sie als solchen empfindet, ganz alleine von ihr selbst ausgeht - und aus ihrer Verpflichtung ein Kopftuch zu tragen und ihrer Einstellung dazu entsteht.

Sie allein hat letztlich die Wahl, ob sie sich daran halten und ein Kopftuch tragen will oder nicht, sie kann selbst den “Zwang” beenden und daß sie es tragen muss - das kommt also nicht von außen. Sie hat sich da mittlerweile so in die Vorstellung, Kopftuch tragen zu müssen hineingesteigert, daß sie da auch unterbewußt selbst dran glaubt und es einfach macht.

(Naja gut, ein bisschen wird das von mir forciert, aber auch nur weil sie mich darum gebeten hat, denn von ihrer Vorstellung und Einstellung, wäre sie in der kurzen Zeit nicht soweit gekommen, daß sie wirklich das Gefühl hätte es ständig tragen zu müssen.)

Sie meint es ist manchmal gar nicht so verkehrt etwas einfach tun zu müssen und es nicht zu hinterfragen, sondern es eben einfach nur zu machen, weil man es muß und sich keine großen Gedanken darüber zu machen, ob es richtig oder falsch ist, gut oder schlecht, oder ob man das selber überhaupt will - einfach machen weil man es machen muss und gut ist.

Sie genießt es im Moment einfach ein Kopftuch tragen zu müssen und sich dem ganz hinzugeben und unterzuordnen.

Ein Kopftuch zu tragen ist ja im gewissen Sinne auch eine Unterordnung und Unterwerfung unter Regeln, Vorschriften, Gebote, Kleiderordnungen und Kleidervorschriften - und es ist auch eine freiwillige Geste, der eigenen Demut, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit ausdruck zu verleihen. Das spürt, genießt und erlebt sie im Moment auf eine ganz besondere Weise und hat mittlerweile auch eine spirituelle Seite am Kopftuchtragen entdeckt.

Sie hätte nie gedacht, daß ihr das so gefallen könnte und daß sie das für sich selbst als so positiv erleben und erfahren kann.

Aber sie kann sich durch dieses selbst erleben und fühlen mittlerweile sehr gut da hineinfühlen, wie es ist eine richtige Kopftuchträgerin zu sein - da sie zur Zeit ja selbst eine Kopftuchträgerin ist...

Aber sie wollte ja einmal selbst erleben, erfahren und spüren, wie es für sie selbst ist, ein Kopftuchmädchen bzw. eine Kopftuchträgerin zu sein und somit ständig, also immer und überall ein Kopftuch zu tragen. Und das erlebt sie ja auch gerade, ganz so wie sie es wollte.

Wie gesagt es war wohl man der Zeit für sie mal etwas zu wagen und etwas neues auszuprobieren und zu erleben - und wenn das “Kopftuchträgerin für ein Jahr sein” ist, dann soll es halt so sein.

Ich hoffe nur, daß es ihr dann nicht allzu schwer fällt es wieder abzulegen und es sich wieder “abzugewöhnen”. Auch wenn es irgendwie ganz schön ist, wenn wir beide ein Kopftuch tragen.

Meine Frau ist seitdem sie das Kopftuch trägt auch insgesamt viel ruhiger, nachdenklicher und zurückhaltender - fast schon schüchtern - geworden. Das ist auch Freunden und Verwandten schon aufgefallen - sie meint das kommt vom Kopftuch tragen, findet diese Entwicklung aber vollkommen okay.

Durch das Kopftuch hat sie zu ihrer eigenen Demut gefunden, sie fühlt sich klein, bedeutungslos und unwichtig damit und hat gelernt sich selbst nicht immer so wichtig zu nehmen.

Sie meint sie spürt eine gewisse Ehrfurcht, wenn sie das Kopftuch trägt, so als ob sie sich einer höheren Macht unterworfen und untergeordnet hat - und sich deren Regeln Vorschriften untergeordnet hat. Sie fühlt sich mit dem Kopftuch demütig und unterwürfig und verspürt wenn sie es trägt Ehrfurcht und Respekt für die Welt, die sie umgibt.

Etwas, was sie so bisher noch nicht kannte, zumindest nicht so intensiv.

Sie ist auch im Umgang mit anderen viel netter, freundlicher, hilfsbereiter und zuvorkommender geworden, das fällt mir immer wieder auf, wenn wir zusammen unterwegs sind. Sie meint zuerst hat sie es “nur” gemacht um auszugleichen, daß sie jetzt ein Kopftuch trägt, um davon abzulenken, daß sie es trägt und durch gutes Verhalten und gute Taten zu glänzen. Aber mittlerweile ist es eher so, als ob sie daß Kopftuch ständig daran erinnert und dazu mahnt, zu anderen nett und gut zu sein - sie kann eigentlich gar nicht mehr anders, wenn sie das Kopftuch trägt.

Und was die Blicke der Männer angeht - die haben sie vorher total genervt und sie war am Anfang irgendwie froh, daß sie davor mit Kopftuch und langer Kleidung Ruhe hatte. Die meisten Männer beachten sie kaum noch, hin und wieder guckt mal einer, aber aufdringliche Blicke oder daß sich einer nach ihr umdreht oder nachschaut, daß gibt es so gut wie gar nicht mehr. Zuerst fand sie das toll, aber mittlerweile fehlt ihr das doch ein wenig, obwohl sie lesbisch ist, denn unbewusst gab ihr das doch eine gewisse Selbstbestätigung, das sie auch auf Männer attraktiv wirkt, obwohl sie lesbisch ist.

Tja, was gäbe es dazu noch zu sagen?

Ich finde es mittlerweile eigentlich ganz toll, daß wir beide ein Kopftuch tragen. Aber am Anfang hatte ich da so meine Probleme mit, es fühlte sich irgendwie komisch für mich an, weil ich bisher gewohnt war, in der Beziehung die Kopftuchträgerin zu sein, denn in der Beziehung ein Kopftuch zu tragen hat für mich auch viel mit Unterordnung und Respekt für den Partner zu tun, zeigt man doch indirekt damit auch daß man sich unterordnet und die Leitung und Führung des Partners bzw. der Partnerin in der Beziehung akzeptiert und anerkennt. Und nun tragen wir beide ein Kopftuch, was mir zuerst den Eindruck vermittelte das wir nun innerhalb der Beziehung gleichberechtigt und gleichgestellt sind, was ja nicht so sein soll und was ich definitiv nicht möchte. Aber meine Frau machte mir dann relativ schnell klar, daß sich durch ihr Kopftuch an unserer bisherigen Rollenverteilung nichts ändern wird und das sie immer noch das Sagen hat.

Mittlerweile ist es vollkommen okay für mich, daß wir beide ein Kopftuch tragen, ich finde es sogar irgendwie ganz schön.

Verwandte, Freunde, Bekannte und Nachbarn haben sich da mittlerweile auch dran gewöhnt, daß sie zur Zeit ein Kopftuch trägt, alle unterstützen und helfen ihr so gut sie können, wenn es nötig ist. Aber das sie ein Kopftuch trägt ist eigentlich nie ein Thema, wenn wir uns mit Verwandten oder Freunden und Bekannten treffen - klar wird ihr mal nen Kompliment zu Outfit oder Kopftuch gemacht und danach gefragt, wie sie sich mit dem Kopftuch fühlt und was sie besonderes erlebt hat, aber das war es dann auch. Niemand läßt sie spüren, daß sie ein Kopftuch trägt oder gar deswegen “anders” ist - es ist eigentlich immer ganz normal, so als wenn sie es nicht tragen würde.

Mal sehen, wie es weiter geht,....


Montag, 8. Januar 2018

Kopftuch-Selbstversuch: Meine Frau trägt die nächste Zeit ein Kopftuch

Kopftuch-Selbstversuch: Meine Ehefrau wird die nächsten Monate selbst ein Kopftuch tragen!





Meine Partnerin Nicole hat sich jetzt endlich entschieden.
Sie wird jetzt für's erste die nächsten 3 Monate lang selbst ein Kopftuch tragen - mit der Option nach Ablauf der 3 Monate zu verlängern und es noch länger als 3 Monate zu tragen.
Wir haben gestern viel darüber geredet und diskutiert. Sie hatte viele Fragen, die ich ihr noch beantworten musste und sie hatte auch noch viele bedenken, die wir aber größtenteils zerstreuen konnten. Und schließlich hat sie sich dazu durchgerungen, daß sie es doch machen will. Sie findet es ganz reizvoll und interessant, selber mal für eine längere Zeit ein Kopftuch tragen zu müssen - zumal ich ja als ihre Partnerin und Lebensgefährtin auch eins trage.


Die Neugier hat also letzten Endes doch noch gesiegt. ;-) Sie möchte einfach mal spüren und erleben, wie es ist, für längere Zeit ständig ein Kopftuch zu tragen oder besser gesagt es tragen zu müssen. Sie möchte gerne mal am eigenen Leib erfahren, wie das für mich, als ihre Ehefrau, so ist - sie möchte mich (und andere Frauen mit Kopftuch) einfach besser verstehen können und möchte mal erleben, wie das so ist, im Alltag ständig ein Kopftuch zu tragen und selbst ein Kopftuchmädchen zu sein. Dass sie dafür, für einige Zeit, selbst zur Kopftuchträgerin werden muss, obwohl sie, so wie ich Christin✝ ist, war ihr ja von Anfang an klar.
Aber sie hatte ja in den letzten 3 Wochen, in unserem Urlaub, wo sie ständig ein Kopftuch getragen hat, schon Gelegenheit sich daran zu gewöhnen zu tragen und hat sich damit abgefunden arrangiert, ein Kopftuch zu tragen und vor allem es tragen zu müssen. Auch mit der Vorstellung, daß sie das Kopftuch unbedingt tragen muss und da# sie dazu verpflichtet ist, das Kopftuch zu tragen - und gar nicht mehr die Wahl hat es nicht zu tragen - hat sie, nach anfänglichen Unsicherheiten keine Probleme mehr. Denn wenn man das Kopftuch selbst tragen möchte und es freiwillig trägt und tragen will, dann ist die Tatsache, daß man es tragen muss doch eher nebensächlich.
Dadurch daß sie sich jetzt schon an das Kopftuch tragen gewöhnt und sich damit arrangiert hat, muß sie es jetzt einfach nur noch weiter tragen, ohne sich wieder neu daran gewöhnen zu müssen.

Sie wird das Kopftuch allerdings nur in ihrer Freizeit tragen, denn auf der Arbeit kann sie kein Kopftuch tragen - und auch keine langen Röcke. Sie wird ihr Kopftuch also auf der Arbeit nicht tragen und sie wird sich dort ‘normal’, so wie immer kleiden, was heißt das ihre Röcke, die sie dort trägt, auch nur höchstens knielang sein werden - die meisten enden ein bis zwei handbreit über dem Knie, dazu trägt sie normalerweise hautfarbene Strumpfhosen, ganz selten mal schwarze und schon gar nicht blickdichte - wobei schwarze, blickdichte Feinstrumpfhosen in ihrer momentanen Situation ja schon praktischer wären. Zum Rock trägt sie normalerweise noch eine Bluse und einen Blazer. Meistens gehören Rock und Blazer eigentlich zusammen, als Business-Kostüm - typischer Bürolook halt, wo es ja bekanntermaßen auch einen Dresscode gibt, an den sich auch Nicole halten muss. Das ist zwar nicht ganz Kopftuch-Konform, aber da sie auf der Arbeit kein Kopftuch tragen kann, muss sie diesen Kompromiss natürlich eingehen. Es gibt ja auch andere Kopftuchträgerinnen, die ihr Kopftuch auf der Arbeit ablegen und es dort nicht tragen und es eben nur außerhalb der Arbeit in ihrer arbeitsfreien Zeit tragen. Das ist wie ich finde auch vollkommen legitim, denn Geldverdienen geht nun mal vor und wenn man mit Kopftuch keinen Job findet, dann muss man da auch mal Kompromisse machen und im Job mal drauf verzichten, man kann sich ja, sofern es geht, so bedeckt wie möglich kleiden, dann ist es nicht ganz so “schlimm”, den Tag über auf der Arbeit ohne Kopftuch zu sein. Und was nützt es, das Kopftuch um jeden Preis ständig tragen zu wollen, wenn man deswegen keinen Job findet und somit seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann?! Das würde auch Gott nicht wollen. Von daher ist es absolut legitim es auf der Arbeit abzulegen um (s)einer Arbeit nachzugehen - zumal die Arbeit ja auch ein Ort ist, wo man primär hingeht, um zu arbeiten und NICHT um zu flirten oder Männer kennenzulernen. Wenn eine Frau für einen Disco- oder Bar-Besuch ihr Kopftuch ablegen würde, dann wäre das schon was anderes und nicht akzeptabel, aber für die Arbeit da ist es in absolut Ordnung es dort abzunehmen. Und man kann sich ja auch ohne Kopftuch anständig, bedeckt, sittsam und züchtig kleiden.
Und Nicoles Büro-Kleidung ist ja alles in allem auch sehr sittsam und anständig, wie ich finde. Wenn sie auf der Arbeit nur knielange oder knieumspielende Röcke trägt, dann wäre das schon okay - die würde ich auch mit Kopftuch tragen - und trage sie auch manchmal - allerdings nur mit ultrablickdichten schwarzen Strumpfhosen. Wenn sie dann noch die Haare hochgesteckt trägt, die Bluse etwas höher geschlossen als sonst trägt und darunter ein ärmelloses, weißes Top trägt, statt nur BH oder Hemdchen, damit nicht soviel Haut bzw. Unterwäsche durch die Bluse durchschimmert, dsnn wäre das schon okay, wenn sie auf der Arbeit kein Kopftuch trägt.

Wir haben uns darauf geeinigt, dass sie in den nächsten 3 Monaten außerhalb der Arbeit immer und überall ein Kopftuch tragen muss, ganz egal, wo sie hingeht, ohne jede Ausnahme. Sie hat im Prinzip gar keine andere Wahl, als es zu tragen - sie hat sich mir gegenüber dazu verpflichtet.
Das war ihr, für ihr Selbsterfahrungs-Experiment mit Kopftuch, ganz besonders wichtig, daß sie es tragen muss und dazu verpflichtet ist, bzw. Sie die Vorstellung hat es tragen zu müssen und sich dazu verpflichtet fühlt, es zu tragen.
Außerdem wird sie zum Kopftuch nur lange Kleider und lange Röcke mit langärmeligen Oberteilen tragen, ganz so wie es sich gehört.

Nach Ablauf der 3 Monate bzw. in der letzten Woche der 3 Monate, werden wir zusammen über ihre Erfahrungen, Eindrücke und Gefühle mit dem Kopftuch und als Kopftuchträgerin sprechen und dann gemeinsam entscheiden, ob sie damit aufhört, oder ob sie es noch länger tragen sollte und tragen muss - was sie freilich auch nur machen muss, wenn sie es freiwillig macht und es auch wirklich will.

Zuerst wollte sie das Kopftuch gleich für 6 Monate tragen müssen und sich dazu verpflichten es 6 Monate lang ständig in ihrer arbeitsfreien Zeit zu tragen. Ich habe ihr allerdings davon abgeraten und meinte, daß sie sich für den Anfang nicht zuviel zumuten und aufbürden soll. 3 Monate würden auch erstmal ausreichen und wenn es ihr bis dahin gefallen hat und sie es dann noch länger tragen möchte, oder meint es noch längrr tragen zu müssen, dann könnte sie ihre Verpflichtung ja immer noch um 2, 3 Monate verlängern, wenn sie das unbedingt möchte.

Auf der Arbeit wird sie es nicht tragen. Ob sie auf dem Weg zur Arbeit ein Kopftuch trägt, es dann auf der Arbeit abnimmt und es dann nach der Arbeit wieder um macht - oder ob sie auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause auch kein Kopftuch trägt und sich dann nach der Arbeit erst zuhause umzieht, das bleibt ihr überlassen. Da muss sie selber sehen, wie es für sie am Besten passt und durchführbar ist und wie sie es selbst am liebsten machen möchte.

Jetzt hat sie erstmal 14 Tage “Probezeit”, um zu sehen, ob das mit Kopftuch tragen in der Freizeit, mit ihren alltäglichen Lebensumständen und Gewohnheiten vereinbar ist, denn im Alltag ist das ja doch noch etwas anderes, als im Urlaub. Und da sie sich bisher noch nie damit befaßt oder auseinander gesetzt hat, wußte auch nicht wirklich, ob das alles so klappt und machbar ist. Wenn das alles soweit in Ordnung ist und es keine Probleme oder andere Gründe gibt, die dagegen sprechen, daß sie in ihrer Freizeit ein Kopftuch trägt, wird sie es nach Ablauf der Probezeit außerhalb der Arbeit fest tragen müssen und es ganz konsequent, ständig, immer und überall tragen müssen ganz egal wo sie ist und wo sie hingeht. Außerhalb der Arbeit kann und darf sie keinerlei Ausnahmen von ihrer Kopftuchpflicht machen und darf sich diese auch ich nicht erlauben. Darauf werde ich schon achten und das soll ich auch. Man könnte jetzt sagen, daß ein gewisser Zwang dahinter steht, aber dem ist nicht so. Es geht Nicole eher darum das Kopftuch in dieser Zeit ganz konsequent tragen zu müssen und gar keine andere Wahl mehr zu haben, sie will sich dazu verpflichtet fühlen ein Kopftuch zu tragen und ist diese Verpflichtung mir gegenüber für's erste jetzt 3 Monate lang eingegangen und ich soll aufpassen, dass sie sich auch wirklich konsequent an ihre Verpflichtung in ihrer Freizeit ein Kopftuch zu tragen hält. Da sie da aber ansonsten freiwillig macht und es gerne von sich aus tragen möchte und tragen will, sehe ich da kein Problem. Und wenn sie tatsächlich mal nicht tragen will ist so auch vornherein geklärt, daß ich sie dazu ermahnen darf es doch sie tragen, weil ich ja darauf achten soll - ich könnte sie also notfalls auch dazu zwingen ihr Kopftuch zu tragen, allerdings hat sie mir das für den Fall, das sie mal bockig ist auch ausdrücklich erlaubt. Ob ich das dann allerdings auch wirklich machen würde ist eine andere Sache.

Ihre Eltern und unsere Freundinnen wissen schon Bescheid, daß sie die nächsten Monate ein Kopftuch tragen wird. Sie finden das im allgemeinen ganz gut, daß sie einmal selbst erleben und erfahren möchte, wie es ist über längere Zeit ständig ein Kopftuch tragen zu müssen und selbst eine Kopftuchträgerin zu sein. Sie finden es gut, daß sie mal am eigenen Leib spüren möchte, wie das für mich als ihre Partnerin und Lebensgefährtin so ist, ständig ein Kopftuch zu tragen. Sie akzeptieren und unterstützen das und respektieren natürlich auch das Nicole das macht.

Ich sehe dem eher mit gemischten Gefühlen entgegen, einerseits finde ich es total toll und sehr schön, das sie jetzt für eine gewisse Zeit selber ein Kopftuch tragen wird - das ist irgendwie ziemlich cool, das wir es jetzt beide tragen und wir beide Kopftuchmädchen sind, so als Liebespaar.
Aber andererseits ist es bisher immer mein Part gewesen ein Kopftuch zu tragen, während sie keins getragen hat und in unserer Beziehung das Sagen hatte. So waren die Rollen - auch rein optisch - ganz klar verteilt, denn das ich ein Kopftuch trage, ist für mich auch ein Zeichen der Demut, des Respekts und der Unterordnung bzw. der “Unterwerfung” gegenüber meiner Partnerin - wenn wir jedoch beide ein Kopftuch tragen, dann neige ich eher dazu, uns als gleichberechtigte Partnerinnen zu sehen, obwohl Sie natürlich immer noch ganz klar das Sagen in unserer Beziehung hat und der Umstand, dass sie selbst ein Kopftuch trägt, daran auch nichts ändern wird. Dadurch, daß ich sie in der nächsten Zeit, in Punkto Kopftuch, in Bekleidungs- und Benimmfragen noch anleiten und führen muss, da sie mit den Bekleidungsvorschriften und Benimmregeln selbst nicht so vertraut ist, verschwimmt diese Grenze der “Machtverteilung” in unserer Beziehung natürlich zusätzlich.
Und was mache ich, wenn sie vielleicht in ein, zwei Monaten den “Kopftuch-Koller” kriegt? Ich kenne das von mir - insbesondere in der Anfangszeit hatte ich Phasen, wo mir das mit dem Kopftuchtragen alles zu viel wurde und ich plötzlich keine Lust mehr hatte es ständig zu tragen. Ich habe es dann trotzdem weiter getragen, auch wenn es mir schwer fiel und habe es dann nach ein, zwei Wochen überwunden gehabt und es dann auch wieder gern getragen. Nur was mache ich, wenn es Nicole so ergeht? Kann und soll ich sie dann dazu überreden, es weiter zu tragen oder sollte ich sie dann gar dazu zwingen es trotzdem weiter zu tragen oder sollte ich ihr dann lieber dazu raten ihren Selbstversuch abzubrechen?!

Außerdem wird es anfangs wohl etwas komisch für mich sein, wenn wir beide, mit Kopftuch, zusammen ausgehen, spazieren gehen oder Freundinnen besuchen oder sie uns besuchen kommen, wenn wir beide Kopftuch tragen. Klar werde ich mich daran gewöhnen und es wird bald ganz normal sein, aber jetzt am Anfang ist das schon komisch, denn bisher war immer nur ich das Kopftuchmädchen und sie die “Normale”. Und nun tragen wir beide ein Kopftuch.
Ich meine, ich hab mir das schon oft gewünscht, daß Nicole auch ein Kopftuch tragen würde und hab mir das wirklich ganz toll vorgestellt, wenn wir beide Kopftuch tragen würden und wir beide Kopftuchmädchen wären. Aber jetzt wo es - zumindest auf Zeit - endlich soweit ist, ist es irgendwie komisch und merkwürdig für mich. Wie sie es die 3 Wochen im Urlaub getragen hat, hab ich das noch anders gesehen, da war es aber auch noch was anderes - was besonderes. Jetzt wird es für die nächsten Monate fast normaler Alltag sein.
Naja, aber sie hat ja nicht vor “richtig” mit dem Kopftuchtragen anzufangen - sie möchte es ja nur für eine längere Zeit mal selbst tragen und ein Kopftuch tragen müssen. Wenn das irgendwann nach 3, 6, 9 oder 12 Monaten wieder vorbei ist, dann wird es natürlich nicht mehr tragen und sich wieder so wie vorher kleiden.

(Wobei es natürlich auch passieren könnte, dass sie durch das selber tragen des Kopftuchs erst auf den Geschmack kommt,... So wie es bei mir auch war,...)

Allerdings hat sie schon durchblicken lassen, daß sie sich vorstellen könnte, nach ihrem Selbsterfahrungs-Experiment, öfter mal in ihrer Freizeit ein Kopftuch zu tragen - insbesondere, wenn wir zwei etwas zusammen unternehmen - einfach nur 'just for fun’ als Freizeit-Outfit und Freizeitspaß, wenn man es so ausdrücken kann, weil es hin und wieder auch mal ganz schön ist, wenn wir beide ein Kopftuch tragen - was ja in nächster Zeit erstmal normaler Alltag bei uns sein wird.

Naja, wir werden das zusammen schon meistern und irgendwie finde ich das ja auch cool, daß wir jetzt beide ein Kopftuch tragen und ich sie dabei anleiten und ihr helfen muss. Wird sicher schön werden und ich bin gespannt, wie sie damit klarkommt und was sie so erlebt und für Erfahrungen macht und ich hoffe mal, daß sie daß herausfinden, erfahren, erleben und spüren kann, was sie sich davon erhofft hat und es nicht zum Desaster für Sie, Mich oder Uns wird.